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	<title>Stigma Videospiele</title>
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	<description>Gegenseite Killerspiele</description>
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		<title>Grossman warnt vor &#8220;tötlicher Gewalt&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 22 May 2013 19:36:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rey Alp</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[(gsn, via theescapist) Lt. Col. Grossman, bis 1998 Dozent für Militärpsychologie an West Point, warnt schon seit Jahren vor den Einflüssen gewaltdarstellender Videospiele. Auch am 14 Mai hat er sich auf der &#8220;GovSec security conference&#8221; in Washington mit den Gefahren für die Jugend auseinandergesetzt, wobei er drastische Worte wählte: &#8220;There is a generation of vicious,<a href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/2013/05/22/grossman-warnt-vor-totlicher-gewalt/"> Weiterlesen...</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>(<a href="http://www.gsnmagazine.com/node/29464?c=law_enforcement_first_responders" target="_blank">gsn</a>, via <a href="http://www.escapistmagazine.com/news/view/124060-Anti-Game-Critic-Says-This-Generation-Will-Give-You-Massacres" target="_blank">theescapist</a>) Lt. Col. Grossman, bis 1998 Dozent für Militärpsychologie an West Point, warnt schon seit Jahren vor den Einflüssen gewaltdarstellender Videospiele. Auch am 14 Mai hat er sich auf der &#8220;GovSec security conference&#8221; in Washington mit den Gefahren für die Jugend auseinandergesetzt, wobei er drastische Worte wählte:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>There is a generation of vicious, vicious killers out there. [...] The video games are their trainers. They’ve been playing Grand Theft Auto every spare moment since they were six years old. [...] This generation is going to give you massacres in the domestic environment and in the work environment. [...] We must prepare for violence like firefighters prepare for fires.</em>&#8220;</p>
<p style="padding-left: 30px;"><a href="http://www.gsnmagazine.com/node/29464?c=law_enforcement_first_responders" target="_blank">Zum Artikel</a></p>
<p style="padding-left: 30px;">(Dank an DerMarc42.)</p>
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		<item>
		<title>Professor Cho: Gewaltdarstellende Videospiele gesundheitsschädlich</title>
		<link>http://stigma-videospiele.de/wordpress/2013/05/21/professor-cho-gewaltdarstellende-videospiele-gesundheitsschadlich/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 May 2013 15:10:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rey Alp</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[(kotaku) Professor Dong Wong Cho (Chungbuk Provincial College in South Korea), der sich offenbar gerne mit unkonventionellen Fragestellungen beschäftigt, hat sich jüngst mit den Auswirkungen gewaltdarstellender Videospiele beschäftigt. Die Zusammenfassung von kotaku: &#8220;Nach Professor Chos neuster Studie lassen gewaltdarstellende Videospiele Grafikkarten heiß laufen und mehr Hochfrequenzwellen emittieren. Dies &#8211; so betont der Wissenschaftler &#8211; bedeute,<a href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/2013/05/21/professor-cho-gewaltdarstellende-videospiele-gesundheitsschadlich/"> Weiterlesen...</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>(<a href="http://kotaku.com/you-wont-believe-this-violent-video-game-theory-508848406" target="_blank">kotaku</a>) Professor Dong Wong Cho (Chungbuk Provincial College in South Korea), der sich offenbar gerne mit unkonventionellen Fragestellungen beschäftigt, hat sich jüngst mit den Auswirkungen gewaltdarstellender Videospiele beschäftigt. Die Zusammenfassung von kotaku:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>Nach Professor Chos neuster Studie lassen gewaltdarstellende Videospiele Grafikkarten heiß laufen und mehr Hochfrequenzwellen emittieren. Dies &#8211; so betont der Wissenschaftler &#8211; bedeute, dass gewaltdarstellende Videospiele für den Körper schädlicher sind</em>.&#8221;</p>
<p>Er habe festgestellt, dass die Temperatur der Grafikkarte von 36 °C sich bei einem Rennspiel auf 45 und bei einem gewaltdarstellenden Spiel auf 57 °C erhöhe. Die koreanische Seite &#8220;Inven&#8221; machte die Probe aufs Exemple, konnte bei dem in Deutschland verbotenen &#8220;Manhunt&#8221; aber kaum eine zusätzliche Hitzeentwicklung nachweisen. Unterdessen spekulieren User, ob der &#8220;3DMark&#8221;-Benchmark mit einem Warnhinweis versehen werden sollte.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><a href="http://kotaku.com/you-wont-believe-this-violent-video-game-theory-508848406" target="_blank">Zur Meldung</a></p>
<p style="padding-left: 30px;">(Dank an buzzti.)</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>BIU fordert echten &#8220;Deutschen Computerspielpreis&#8221;</title>
		<link>http://stigma-videospiele.de/wordpress/2013/05/19/biu-fordert-echten-deutschen-computerspielpreis/</link>
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		<pubDate>Sun, 19 May 2013 12:14:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rey Alp</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[(looki) Der &#8220;Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware&#8221; (BIU) fordert nicht weniger als das Konzept des &#8220;Deutschen Computerspielpreises&#8221; aufzugeben. 2008 wurde der Preis vom Bundestag initiiert, um gegen &#8220;Killerspiele&#8221; vorzugehen bzw. Videospiele, die &#8220;kulturell und pädagogisch wertvoll&#8221; sind, zu prämieren. Anstatt auf weitere Verbote zu setzen, sollte die Enwicklung unbedenklicher Videospiele durch die Schaffung positiver Anreize gefördert werden.<a href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/2013/05/19/biu-fordert-echten-deutschen-computerspielpreis/"> Weiterlesen...</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>(<a href="http://www.looki.de/deutscher_computerspielpreis_biu_fordert_liberale_vergabekriterien_news_n97152.html" target="_blank">looki</a>) Der &#8220;Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware&#8221; (BIU) fordert nicht weniger als das Konzept des &#8220;Deutschen Computerspielpreises&#8221; aufzugeben. 2008 wurde der Preis vom Bundestag initiiert, um gegen &#8220;Killerspiele&#8221; vorzugehen bzw. Videospiele, die &#8220;<em>kulturell und pädagogisch wertvoll</em>&#8221; sind, zu prämieren. Anstatt auf weitere Verbote zu setzen, sollte die Enwicklung unbedenklicher Videospiele durch die Schaffung positiver Anreize gefördert werden.</p>
<p><span id="more-6843"></span>Dorothee Bär (CSU) machte damals klar, dass der Preis geschaffen werde, &#8220;<em>weil wir eine klare Linie zwischen den schwarzen Schafen der Branche […] und den anerkannten Spieleproduzenten ziehen wollen</em>&#8220;. Auch Monika Griefahn (SPD) betonte, dass mit dem Preis <em>&#8220;positive Beispiele, die nicht nur ungefährlich, sondern vor allem gut gemacht und kulturell sowie pädagogisch wertvoll sind</em>&#8220;, gefördert werden sollen. Der Kultusstaatsminister Bernd Neumann wählte drastische Worte und bedauerte, dass man die unerwünschten Spiele &#8220;<em>nie [...] völlig ausmerzen können</em>&#8221; werde. Deshalb sei es umso wichtiger, &#8220;<em>nicht nur über das Schlechte zu reden, sondern das Gute anzubieten</em>&#8220;. Von daher schloss er auch kategorisch aus, dass ein Ego-Shooter ausgezeichnet werden könnte.</p>
<p>Dass ein Erwachsenenspiel nicht als &#8220;Bestes Deutsches Spiel&#8221; ausgezeichnet wird, sollte bereits durch die Regularien verhindert werden. Nach diesen konnten gar keine Vorschläge für das &#8220;Beste Deutsche Spiel&#8221; eingereicht werden, sondern das &#8220;Beste Deutsche Spiel&#8221; konnte allein aus den in den Unterkategorien eingereichten Vorschlägen, wie die des besten Kinder- oder Jugendspiels, ausgewählt werden.</p>
<p>Anfangs bestand dabei die Gefahr, dass in der Kategorie &#8220;Bestes internationales Spiel&#8221; auch Shooter prämiert werden könnten, obwohl auch hier galt, dass das Spiel &#8220;<em>pädagogisch wertvoll</em>&#8221; sein müsse. Bei der 2. Verleihung (2010) stellte sich die Problematik erstmals in der Praxis, da man sich gegen die Auszeichnung von &#8220;Uncharted 2&#8243; bzw. &#8220;Grand Theft Auto IV&#8221; drücken wollte. Als Lösung wurde schlicht das als &#8220;Beste Deutsche Spiel&#8221; gewählte &#8220;Anno 1404&#8243; unter dem Exportnamen &#8220;Dawn of Discovery&#8221; auch als &#8220;Bestes internationales Spiel&#8221; ausgezeichnet. Um nicht noch mal in eine solche Situation zu kommen, wurde ab 2011 die Kategorie &#8220;Bestes internationales Spiel&#8221; gestrichen bzw. an den LARA-Award abgegeben. Hier konnte dann auch bedenkenlos &#8220;Assassin’s Creed: Brotherhood&#8221; gewinnen.</p>
<p>Obwohl damit alles getan wurde, um sicherzustellen, dass keine gewaltdarstellenden Videospiele ausgezeichnet werden können, zeichnete die Jury 2012 &#8220;Crysis 2&#8243; aus. Inwieweit sich das mit den Regularien vereinbaren lässt, kann nicht genau nachvollzogen werden, da die dahingehenden Informationen von der Webseite entfernt wurden. Nichtsdestotrotz erscheint es als fragwürdig, &#8220;Crysis 2&#8243; als &#8220;<em>pädagogisch wertvoll</em>&#8221; bewerten zu können, so dass die Auszeichnung des Titels Proteste bei der Politik hervorrief. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion distanzierte sich bereits von der Nominierung und dachte über eine &#8220;<em>Neubesetzung der Jury</em>&#8221; nach.</p>
<p>Nach der diesjährigen Preiverleihung, die vorallem unauffällig verlief, zeigt sich der BIU mit dem Preis nicht zufrieden. Schon 2011 kritisierte der BIU, dass der Preis &#8220;<em>einen absolut umfassenden Anspruch, auch für Erwachsenen-Spiel</em>&#8221; erhebe und demnach auch die Auszeichnung von Erwachsenenspielen ermöglichen müsse. Damals kündigte der BIU an sich dafür einzusetzen, dass auch &#8220;<em>16er und 18er Titel aus Deutschland nominiert und ausgezeichnet werden können</em>&#8220;. Bei der zweiten Bundestags-LAN hat der BIU nun bekräftigt, dass der Preis noch immer nicht seinen Vorstellungen entspreche:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>I</em><i>ch möchte den Bundestag dazu aufrufen, sich bei den Kriterien des Deutschen Computerspielpreises dahin zu bewegen, wo auch andere Kulturgüter sind. Momentan gibt es ein sehr enges, maximal restriktives Korsett an Kriterien, die darüber entscheiden, ob ein Spiel beim Deutschen Computerspielpreis gewinnen kann. D<i>as ist ein so enges Korsett, wie ich es von keinem anderen Preis her kenne. Dieses Korsett ist geboren aus einer gewissen Angst gegenüber diesem Medium, die man mittlerweile überhaupt nicht mehr braucht und ich würde mich sehr freuen, wenn wir in der nächsten Legislaturperiode an die Kriterien des Deutschen Computerspielpreises herangehen können.&#8221;</i><br />
</i></p>
<p>Da die Ausgrenzung gewaltdarstellender Spiele kein unbeabsichtigter Nebeneffekt, sondern Intention des Bundestags war, erscheint als ambitioniert zu erwarten, dass sich der Bundestag dazu entscheidet, offiziell von der &#8220;Ächtung&#8221; gewaltdarstellender Videospiele abzusehen und stattdessen eine &#8220;Adelung&#8221; durch den Preis in Betracht zu ziehen.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><a href="http://www.looki.de/deutscher_computerspielpreis_biu_fordert_liberale_vergabekriterien_news_n97152.html" target="_blank">Zur Meldung</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Steam: &#8220;Sniper Elite: Nazi Zombie Army&#8221; nicht aktivierbar</title>
		<link>http://stigma-videospiele.de/wordpress/2013/05/10/steam-sniper-elite-nazi-zombie-army-nicht-aktivierbar/</link>
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		<pubDate>Fri, 10 May 2013 09:33:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rey Alp</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[(SB.com) Es gibt bei Steam eine Reihe von Titeln, die von Deutschland aus nur eingeschränkt verfügbar sind. Während es einerseits verständlich ist, dass Valve keine verbotenen Videospiele vertreiben möchte, erscheint es andererseits etwas hart, dass selbst bei bereits gekauften Spielen die zur Nutzung erforderliche Onlineaktivierung verweigert wird. Wer es dennoch versucht, bekommt die folgende Meldung<a href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/2013/05/10/steam-sniper-elite-nazi-zombie-army-nicht-aktivierbar/"> Weiterlesen...</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>(<a href="http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=5397" target="_blank">SB.com</a>) Es gibt bei Steam eine Reihe von Titeln, die von Deutschland aus nur eingeschränkt verfügbar sind. Während es einerseits verständlich ist, dass Valve keine verbotenen Videospiele vertreiben möchte, erscheint es andererseits etwas hart, dass selbst bei bereits gekauften Spielen die zur Nutzung erforderliche Onlineaktivierung verweigert wird. Wer es dennoch versucht, bekommt die folgende Meldung präsentiert:</p>
<p><span id="more-6832"></span></p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>Not available</em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Sorry, but the following items are</em> <em>not available for purchase in this country. Your purchase has been cancelled.</em>&#8220;</p>
<p>Spiele, die hiervon betroffen sind, sind unter anderem &#8220;Call of Duty: Modern Warfare 2&#8243;, &#8220;Inversion&#8221;, &#8220;Saints Row 2&#8243; und &#8220;Saints Row 3&#8243;. Ein weiterer Titel, um den diese Reihe nun ergänzt werden kann, ist &#8220;Sniper Elite: Nazi Zombie Army&#8221;.</p>
<p>Da es den Benutzern nach den Steam-AGB untersagt ist, &#8220;<em>Verfahren einzusetzen, um den Ort Ihres Wohnsitzes zu verschleiern</em>&#8220;, ist die Möglichkeit eine Aktivierung zu erreichen begrenzt. Mit der Aktivierung allein ist es offenbar auch nicht immer geschafft: Bei SB.com berichtet ein Nutzer, dass &#8220;Saints Row 3&#8243; nach einigen Monaten von seinem Account entfernt wurde &#8211; er hatte ein VPN offenbar nur zum Aktivieren genutzt:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>Ich habe mir bisher genau ein einziges Spiel geholt, dass ich per VPN auf Steam aktivieren musste (Saints Row 3). Hab es etwa 3-4 Stunden gespielt und eine Weile liegen gelassen. Nach ca. einem halben Jahr wollt ich es dann mal wieder anpacken und musste feststellen, dass es aus meiner Steam-Bibliothek gelöscht war.</em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Hat jemand schon mal ähnliche Erfahrungen hier gemacht? Benutzt ihr durchgehend VPN oder nur zum aktivieren?</em>&#8220;</p>
<p>Die Nutzer der zensierten Version von &#8220;Sniper Elite: Nazi Zombie Army&#8221; &#8211; &#8220;Sniper Elite: <del>Nazi</del> Zombie Army&#8221; &#8211; bleiben übrigens unter sich: Die Version ist mit der Internationalen nicht kompatibel, so dass ein gemeinsames Spielen im (kooperativen) Mehrspielermodus nicht möglich ist.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><a href="http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=5397" target="_blank">Zur Meldung</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Kauf von Spielen kann Waffenindustrie sponsern &#8211; EA will aussteigen (Korrektur)</title>
		<link>http://stigma-videospiele.de/wordpress/2013/05/09/kauf-von-spielen-kann-waffenindustrie-sponsern-ea-will-aussteigen/</link>
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		<pubDate>Thu, 09 May 2013 15:25:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rey Alp</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=6821</guid>
		<description><![CDATA[Wenn Kritiker zwischen gewaltdarstellenden Videospielen und realer Gewalt Verbindungen sehen, ist hierbei der Einfluss der Spiele auf die Psyche der Spieler gemeint. Andere Perspektiven, wie die von Helmut Preller, sind seltener anzutreffen. Dieser stellte – ähnlich der Aktion „Brot statt Böller“ – dem Kauferlös von „Modern Warfare“ die Anzahl der hungernden Kinder gegenüber, die mit<a href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/2013/05/09/kauf-von-spielen-kann-waffenindustrie-sponsern-ea-will-aussteigen/"> Weiterlesen...</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Kritiker zwischen gewaltdarstellenden Videospielen und realer Gewalt Verbindungen sehen, ist hierbei der Einfluss der Spiele auf die Psyche der Spieler gemeint. Andere Perspektiven, wie die von <a href="http://ostblog.blog.de/2011/01/11/kriegs-spiele-industrie-rekord-umsaetzen-mehr-film-dvd-buch-call-of-duty-10347888/" target="_blank">Helmut Preller</a>, sind seltener anzutreffen. Dieser stellte – ähnlich der Aktion „<a href="http://www.brot-statt-boeller.de/" target="_blank">Brot statt Böller</a>“ – dem Kauferlös von „Modern Warfare“ die Anzahl der hungernden Kinder gegenüber, die mit dieser Summe täglich gespeist werden könnten. Tatsächlich braucht es in manchen Fällen jedoch gar nicht solche Verrenkungen, um eine Beziehung zur Realität herzustellen.</p>
<p><span id="more-6821"></span>Es muss nicht darauf geschaut werden, was Spieler sonst mit ihrem Geld hätten tun können, sondern es reicht der Blick darauf, wohin das gezahlte Geld fließt. So zahlt EA bisher für die Verwendung virtueller Waffen in seinen Titeln Lizenzgebühren an die Hersteller der realen Vorbilder. Mit anderen Worten: Wer Spiele wie „Battlefield 3“ kauft, zahlt Geld an die Rüstungsindustrie.<br />
Interessanterweise ist dieser Zusammenhang bisher meistens allein in anderer Richtung angesprochen worden. Kritiker wie <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35094/1.html" target="_blank">Michael Schulze von Glaßer</a> von militainment.info haben in der Vergangenheit den Herstellern von Waffensystemen vorgeworfen, dass diese nicht ihre Urheberrechte geltend machen und somit nicht die (unlizensierte) Verwendung ihrer Produkte in Videospielen verhindern würden. Die Vermutung: Manchen Herstellern würde die Verwendung ihrer Produkte in Videospielen sogar gelegen kommen.</p>
<p>Dabei beschränkt sich die Verwendung und der damit einhergehende Vorwurf nicht nur auf die Hersteller von Waffensystemen, sondern auch an andere Rechteinhaber. So werden virtuell nicht selten Fahrzeuge als solche der Bundeswehr dargestellt, wogegen die Bundeswehr bisher offenbar noch nicht vorgegangen ist. Auch hier wittert Glaßer eine unausgesprochene Partnerschaft:</p>
<p style="padding-left: 30px;">„<em>So tragen beide Seiten Nutzen davon: Die Unternehmen können den Käufern ein realitätsnahes Kriegsszenario bieten, und die Bundeswehr freut sich über den Werbeeffekt, wird die deutsche Armee in den Spielen doch meist positiv dargestellt</em>.“</p>
<p><img alt="doom" src="http://stigma-videospiele.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/05/doom.jpg" width="750" height="200" /><br />
Doom II: Das rote Kreuz wurde in der BFG-Edition gegen eine Pille ausgetauscht.</p>
<p>Eine der wenigen Fälle, in der eine Institution konsequent auf seine Rechte <a href="http://www.golem.de/0602/43339.html" target="_blank">hinweist</a>, ist das „Rote Kreuz“. Da in Videospielen nicht selten entsprechend den realen Vorbildern – u.a. auf Militärfahrzeugen oder als Armbinden bei Sanitätern – ein rotes Kreuz abgebildet wird, sieht man hier eine unautorisierte Verwendung des Symbols. Unter anderem in der Neuauflage von &#8220;Doom II&#8221; wurden daher alle dargestellten roten Kreuze durch eine Pille ersetzt.</p>
<p>Daneben ist in jüngster Zeit noch der Fall von „Bell Helicopter“ bekannt geworden. Das Unternehmen wehrte sich gegen die nicht lizensierte Verwendung verschiedener Hubschrauber &#8211; „V-22 Osprey“, „AH-1Z Viper“ und „UH-1Y“ &#8211; in dem Spiel „Battlefield 3“ von EA. EA hat darauf eine <a href="http://www.golem.de/1201/88943.html" target="_blank">Klage</a> eingereicht, mit der festgestellt werden soll, dass das Unternehmen das Gerät auch ohne Lizenz darstellen darf. Die gerichtliche Entscheidung hierüber steht im Juni an.</p>
<p>Die Frage, wer hier durch was seinen Ruf ruinieren könnte, wurde dabei bisher nur in eine Richtung aufgeworfen: Die Hersteller realer Waffensysteme würden bei einer offiziellen Unterstützung von gewaltdarstellenden Videospielen möglicherweise ihren Ruf aufs Spiel setzen, weshalb es bei einer inoffiziellen Duldung bleibe:</p>
<p style="padding-left: 30px;">„<em>Ob dahinter System steckt &#8211; die Rüstungsindustrie die Spiele durch ihr Stillschweigen absichtlich, aber eben nur inoffiziell unterstützt, um nicht in Verbindung mit den in weiten Teilen der Gesellschaft kritisch gesehenen &#8220;Ballerspielen&#8221; zu geraten &#8211; bleibt als Vermutung zurück</em>.“</p>
<p>Anlässlich von Massakern in den USA haben sich jedoch die Beziehungen zwischen Videospielherstellern und der Waffenindustrie verschlechtert. EA, das in den USA bisher sogar auf die Angebote der Waffenhersteller verlinkt hat, möchte mit diesen nicht mehr in Verbindung gebracht werden und zukünftig keine Lizenzgebühren mehr wegen der Nutzung von Waffen zahlen. Um dies zu verhindern wurden in der Vergangenheit, wie u.a. bei dem 64-Spiels „GoldenEye“ und bei dem Verkaufsversion von „CounterStrike“ (Lt. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Counter-Strike#Waffen_und_Ausr.C3.BCstung" target="_blank">Wikipedia</a>: Statt „SIG 552“ die „Krieg 552“ und anstatt „Steyr Scout“ das „Schmidt Scout“) fiktive Namen zur Bezeichnung der Waffen verwendet. EA hat nun angekündigt einen anderen Weg zu gehen. Man werde auch zukünftig die Bezeichnung der realen Waffen verwenden, aber hierfür schlicht keine Lizenzgebühren bezahlen. Hierbei beruft man sich auf das Zitatrecht bzw. die „Fair Use“-Regelung. Frank Gibeau von EA zieht einen Vergleich zu Büchern:</p>
<p style="padding-left: 30px;">“<em>A book doesn&#8217;t pay for saying the word &#8216;Colt,&#8217; for example</em>.”</p>
<p>Wenn man näher darüber nachdenkt, könnte es vielleicht auch dem einen oder anderen Spieler nicht gleichgültig sein, ob der mit dem Kauf eines Videospiels die Hersteller echter Waffen fördert oder nicht. Ob dies der Fall ist, ist dabei schwer in Erfahrung zu bringen. Activision hat beispielsweise gegenüber <a href="http://www.reuters.com/article/2013/05/07/videogames-guns-idUSL2N0CS2A220130507" target="_blank">Reuters</a> jede Stellungnahme verweigert:</p>
<p style="padding-left: 30px;">„<em>Activision, the industry leader, declined to comment on whether it licenses gun designs from gun manufacturers or if it would stop doing so</em>.“</p>
<p>Von der Waffenindustrie lässt sich mehr In Erfahrung bringen. Nach <a href="http://winfuture.de/news,74389.html" target="_blank">Ralph Vaughn</a> von Barrett Rifles könne ein Pauschalbetrag oder ein Prozentsatz vom Verkaufserlös vereinbart werden:</p>
<p style="padding-left: 30px;">„<em>Typischerweise führt ein Lizenznehmer 5 bis 10 Prozent des Verkaufspreises im Rahmen der Verträge ab. Aber das kann verhandelt werden</em>.“</p>
<p><img alt="g36c" src="http://stigma-videospiele.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/05/g36c.jpg" width="750" height="200" /><br />
Bild: Die „G 36c“ als „X9 tactical“ in „Army of Two: The Devil&#8217;s Cartel”.</p>
<p>Speziell im Fall des EA-Titels „<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Army_of_Two:_The_Devil%27s_Cartel" target="_blank">Army of Two: The Devil&#8217;s Cartel</a>” kann dies makaber werden: Der Spieler kämpft hier unter anderem in Mexiko gegen Drogenbarone, wobei zu seinem Arsenal mit dem „<a href="http://armyoftwo.wikia.com/wiki/H%26K_G36C" target="_blank">G 36c</a>“ (Als „X9 tactical“ bezeichnet) auch eine Waffe aus dem Sortiment des Waffenherstellers „Heckler und Koch“ gehört. Eben dieser steht seit mehreren Jahren im <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/illegale-waffenlieferungen-aus-deutschland-sturmgewehre-von-heckler-koch-fuer-mexikanischen-bandenkrieg-1.1665539" target="_blank">Verdacht</a> das reale „G 36“ illegal in die mexikanischen Regionen geliefert zu haben, in der die Bandenkriegen stattfinden. Sollte EA auch hier Lizenzgebühren an den Hersteller entrichtet haben hieße das, dass die Käufer indirekt den illegalen Versand genau in den Konflikt unterstützt hätten, indem sie am Bildschirm kämpfen. Ähnlich absurd würde es werden, wenn der Schaffer des Mauer-Shooters „<em></em>1378 (km)“ vor der Wahl stünde, die tatsächlich von den Grenzern verwendeten Sturmgewehre vom Typ „AK 47“ nicht darzustellen, oder dem Hersteller dieser Waffe, mit der real auf Flüchtlinge geschossen wurde, Tantiemen zu entrichten. Insoweit wäre auf Videospielen der Hinweis &#8211; mit dem Kauf dieses Produktes unterstützen sie (nicht) Waffenhersteller &#8211; vielleicht gar keine so schlechte Idee. Ähnliche Hinweise gibt es bisher vereinzelt bzgl. einer Kooperation mit dem Militär. So heißt es im Fall von „<em></em>Ghost Recon Future Soldier“:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>„The US Military does not promote or endorse this product.”</em></p>
<p><strong>Korrektur:</strong></p>
<p>EA hat nach eigenen Angaben auch bisher keine Lizenzgebühren für die Darstellung virtueller Waffen an die jeweiligen Hersteller gezahlt. &#8220;<a href="http://arstechnica.com/gaming/2013/05/no-ea-wont-license-guns-in-its-2013-games-but-it-never-has/" target="_blank">arstechnica</a>&#8221; fasst eine Stellungnahme wie folgt zusammen:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>EA has never paid a licensing fee to a gun maker to include their weapons in a game, nor has it been paid by a gun maker to feature its particular weapons.</em>&#8220;</p>
<p><a href="http://www.reuters.com/article/2013/05/07/videogames-guns-idUSL2N0CS2A220130507" target="_blank">Reuters</a> schrieb in der ursprünglichen Meldung, dass sich EA von der Lizenzgebühren an die Hersteller &#8220;lösen&#8221; aber auch zukünftig reale Waffen &#8211; jedoch ohne Gebühr &#8211; darstellen wolle:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>Electronic Arts says it is severing its licensing ties to gun manufacturers &#8211; and simultaneously asserting that it has the right, and the intention, to continue to feature branded guns without a license</em>.&#8221;</p>
<p>Dieser Satz soll sich allein auf &#8220;Medal of Honor: Warfighter&#8221; beziehen. Hier habe EA Waffenhersteller auf der Webseite zum Spiel bzw. deren Produkte im Spiel präsentiert, wenn die Hersteller im Gegenzug Geld an Veteranenorganisationen spendeten. Das Geld sei dabei nicht über EA geflossen und es habe sich um einen Einzelfall gehandelt:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>Zero money from the manufacturers ever went to EA—all money went directly to the veterans&#8217; charity. [...] No other EA game or service has used licensed gun images in a game</em>.&#8221;</p>
<p style="padding-left: 30px;">(Dank an Theo Patrits.)</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Intendantin: &#8220;Verletzung der Programmgrundsätze [...] nicht gegeben&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Apr 2013 22:10:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rey Alp</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Sendung &#8220;hart aber fair&#8221; wurde anlässlich des Umstands, dass Prinz Harry eingestand in Afghanistan Taliban getötet zu haben, die Frage aufgeworfen, ob Videospiele sein &#8220;Wesen&#8221; verändert hätten. Dabei wurde den Zuschauern vorenthalten, dass es sich bei dem von Prinz Harry genutzten Spiel nicht etwa um einen &#8220;First Person Shooter&#8221;, sondern um das Fußballspiel<a href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/2013/04/18/intendantin-verletzung-der-programmgrundsatze-nicht-gegeben/"> Weiterlesen...</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In der Sendung &#8220;hart aber fair&#8221; wurde anlässlich des Umstands, dass Prinz Harry eingestand in Afghanistan Taliban getötet zu haben, die Frage aufgeworfen, ob Videospiele sein &#8220;<em>Wesen</em>&#8221; verändert hätten. Dabei wurde den Zuschauern vorenthalten, dass es sich bei dem von Prinz Harry genutzten Spiel nicht etwa um einen &#8220;First Person Shooter&#8221;, sondern um das Fußballspiel &#8220;FIFA&#8221; gehandelt hat. Der &#8220;Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler&#8221; (VDVC) hat sich deswegen mit einer Programmbeschwerde an den WDR gewendet, in der diese Art der Einbindung des Zitats kritisiert wird. Die Intendantin hat in der Sendung &#8211; wenig überraschend &#8211; keine Verletzung erkannt, wobei dies wenig überzeugend ist.</p>
<p><span id="more-6800"></span><strong>I. Rechtlicher Maßstab</strong></p>
<p>Zum einen hat die Intendantin im Rahmen ihrer Stellungnahme die maßgeblichen rechtlichen Anforderungen verkannt. In der Programmbeschwerde wurde die Verletzung von zwei sich aus dem Rundfunkstaatsvertrag und von zwei sich aus dem WDR-Gesetz ergebenden Programmgrundsätzen gerügt.</p>
<p>Die allgemeinen Programmgrundsätze sind die Einhaltung der anerkannten journalistischen Grundsätze sowie die Pflicht, Inhalte vor ihrer Veröffentlichung auf Wahrheit zu prüfen:</p>
<p style="padding-left: 30px;">1. &#8220;<em>Berichterstattung und Informationssendungen haben den anerkannten journalistischen Grundsätzen [...] zu entsprechen</em>.&#8221; (§ 10 Abs. 1 S. 1 <a href="http://www.media-perspektiven.de/fileadmin/downloads/media_perspektiven/PDF-Dateien/2-Rundfunkstaatsvertrag.pdf" target="_blank">RStV</a>)</p>
<p style="padding-left: 30px;">2. &#8220;<em>Nachrichten sind vor ihrer Verbreitung mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf Wahrheit und Herkunft zu prüfen</em>.&#8221; (§ 10 Abs. 1 S. 3 <a href="http://www.media-perspektiven.de/fileadmin/downloads/media_perspektiven/PDF-Dateien/2-Rundfunkstaatsvertrag.pdf" target="_blank">RStV</a>)</p>
<p>Die Programmgrundsätze des WDR-Gesetzes umfassen ein allgemeines Wahrheitsgebot sowie eine Wiederholung der Pflicht, Inhalte vor ihrer Verbreitung zu prüfen:</p>
<p style="padding-left: 30px;">3. &#8220;<em>Der WDR soll [...] der Wahrheit verpflichtet sein</em>.&#8221; (§ 5 Abs. 4 <a href="http://www1.wdr.de/unternehmen/organisation/rechtsgrundlagen/rechtsgrundlagen_gesetz100.pdf" target="_blank">WDR-Gesetz</a>)</p>
<p style="padding-left: 30px;">4. &#8220;<em>Nachrichten sind vor ihrer Verbreitung mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf [...] Wahrheit zu prüfen</em>.&#8221; (§ 5 Abs. 6 S. 2 <a href="http://www1.wdr.de/unternehmen/organisation/rechtsgrundlagen/rechtsgrundlagen_gesetz100.pdf" target="_blank">WDR-Gesetz</a>)</p>
<p>Die Intendantin hat hinsichtlich der Prüfung nicht auch die sich aus dem Rundfunkstaatsvertrag ergebenden Programmgrundsätze herangezogen, sondern sich auf die in § 5 WDR-Gesetz normierten beschränkt. Darüber hinaus ist sie der Ansicht, dass sich die Pflicht, Nachrichten vor der Veröffentlichung auf Wahrheit zu prüfen, nicht auf Unterhaltungssendungen erstreckt:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>Prüfungsmaßstab im Rahmen des Programmbeschwerdeverfahrens sind die in § 5 WDR-Gesetz normierten Programmgrundsätze. Die von Ihnen in Hinblick auf § 10 Abs. 1 Satz 1 und Satz 3 RStV vorgetragenen Aspekte werden daher nachfolgend in Hinblick auf eine mögliche Verletzung von § 5 Abs. 4 WDR-Gesetz (Wahrheitsgebot) überprüft. Der in § 5 Abs. 6 Satz 2 WDR-Gesetz normierte Programmgrundsatz bezieht sich dagegen auf reine Nachrichten, d.h. Sendungen zur Informationsvermittlung wie Tagesschau und Tagesthemen. Auf eine Gesprächssendung wie ‚hart aber fair‘ ist dieser Programmgrundsatz nicht anwendbar</em>.&#8221;</p>
<p>Diese Ausführungen sind mit der einschlägigen Kommentierung nicht zu vereinbaren.</p>
<p>Die im Rundfunkstaatsvertrag normierten Programmgrundsätze gelten auch für das WDR und dahingehende Verletzungen können im Rahmen der Beschwerde geltend gemacht werden:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>§ 10 Abs. 1 greift die bisher für private Veranstalter in § 43 Abs. 3 geltende Regelung zur Berichterstattung und zu Informarionssendungen auf, fügt sie in § 10 ein und erstreckt diese Bestimmung dabei zugleich auf sämtliche öffentlich-rechtliche Veranstalter [...]. Eine Programmbeschwerde kommt auch in den Fällen der Verletzung des § 10 durch öffentlich-rechtliche Rundfunkveranstalter in Betracht, wie die Gesetze über die Landesrundfunkveranstalten ausdrücklich vorsehen ([...] § 10 WDR-G).</em>&#8220;</p>
<p style="padding-left: 30px;">(<em>Flechsig</em>, in: Beck&#8217;schen Kommentar zum Rundfunkrecht, 3. Aufl. (2012), § 10 Rn. 3, 79).&#8221;</p>
<p>Auch beschränkt sich die sowohl dem Rundfunkstaatsvertrag als auch dem WDR-Gesetz zu entnehmende Pflicht, Nachrichten vor ihrer Verbreitung auf Wahrheit zu prüfen, entgegen dem Wortlaut nicht auf Nachrichtensendungen. Anders, als von der Intendantin ausgeführt, trifft diese Pflicht auch Unterhaltungssendungen:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>Unter Nachrichten im hier erwähnten Sinn sind nicht nur Informationen der Nachrichtensendungen zu verstehen, sondern sämtliche Äußerungen des Rundfunks auch in Unterhaltungssendungen u.a. Denn § 10 Abs. 1 ist Grundnorm für die journalistische Berichterstattung und gilt damit schrankenlos für alle Sendungsinhalte. (Flechsig, in: Beck&#8217;schen Kommentar zum Rundfunkrecht, 3. Aufl. (2012), § 10 Rn. 22)</em>.&#8221;</p>
<p>Die entsprechenden Ausschnitte:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em><a href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/04/int.jpg"><img alt="int" src="http://stigma-videospiele.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/04/int.jpg" width="750" height="563" /></a></em></p>
<p><strong>II. Inhaltliches</strong></p>
<p>Zum anderen überzeugt auch die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Beschwerde nicht.</p>
<p><strong>1. Es wird behauptet, das sich beim Zitat Harrys die Frage nach einer Wesensänderung stelle</strong></p>
<p>Von Plasberg wurde behauptet, dass der Fall Prinz Harrys die Frage aufwerfe, ob sich &#8220;<em>durch das Daddeln auch das Wesen eines Menschens</em>&#8221; verändere. Vor dem Hintergrund, dass Prinz Harry in dem gezeigten Ausschnitt über das Videospiel &#8220;FIFA&#8221; spricht, erscheint das als wenig glaubwürdig: Dass die Nutzung von &#8220;FIFA&#8221; tatsächlich &#8220;<em>das Wesen eines Menschens</em>&#8221; so verändere, dass man zum &#8220;Killer&#8221; wird, dürfte selbst der WDR nicht ernsthaft behaupten können.</p>
<p>Die Intendantin antwortet nur scheinbar auf die Kritik und verschleiert den Vorwurf:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>Wörtlich sagt Frank Plasberg: &#8216;Die Frage ist doch: Verändert sich durchs Daddeln nur die Virtuosität des Daumens, verändert sich der Hirnbereich, der den Daumen steuert oder verändert sich durch das Daddeln auch das Wesen eines Menschen? Die Frage stellt sich nach einem prominenten Beispiel.&#8217; Indem der Moderator zweimal das Wort &#8216;Frage&#8217; benutzt, macht er deutlich, dass dies nicht erwiesen ist. Er stellt also keine Tatsachenbehauptung auf, sondern wirft eine Frage auf und spricht Aspekte an, die dann von der Runde diskutiert wurden. Dies halte ich angesichts der Tatsache, dass Prinz Harry [...] klar zum Ausdruck bringt, ihm habe das Computerspielen bei seinen Kriegseinsätzen geholfen, für nachvollziehbar</em>.&#8221;</p>
<p>Zum einen führt Plasberg das Zitat Harrys nicht mit dem Verweis darauf an, dass Computerspiele ihm im Kampfeinsatz irgendwie &#8220;<span style="text-decoration: underline;"><strong><em>geholfen</em></strong></span>&#8221; haben, sondern hinsichtlich der Frage, ob die Nutzung  &#8220;<em>das <span style="text-decoration: underline;"><strong>Wesen</strong></span> eines Menschens</em>&#8221; verändert habe. Es wurde explizit der Einfluss auf die Psyche thematisiert, den Prinz Harry im Interview nicht angesprochen hat.</p>
<p>Zum anderen erweckt die Intendantin den Eindruck, dass die Kritik darauf abzielen würde, dass Plasberg die Frage nach dem Einfluss auf die Psyche aufgeworfen hat. Tatsächlich galt die Kritik des VDVC dem <span style="text-decoration: underline;"><strong>anlässlich der Frage erfolgten</strong> <strong>Verweis auf das Beispiel</strong></span> und nicht <span style="text-decoration: underline;"><strong>der Frage</strong></span> selbst. Die Äußerung Plasbergs &#8211; &#8220;<em>Die Frage stellt sich nach einem prominenten Beispiel.</em>&#8221; &#8211; ist gerade keine Frage, sondern eine Tatsachenbehauptung: Nämlich die, dass die Interviewaussage Prinz Harrys als Beleg dafür tauge, dass Videospiele &#8220;<em>das Wesen eines Menschens</em>&#8221; verändern könnten. Vor dem Hintergrund, dass die zitierte Äußerung &#8220;FIFA&#8221; und keinen &#8220;First Person Shooter&#8221; betraf, muss diese Unterstellung als unwahr angesehen werden.</p>
<p>Die Intendantin verteidigt des Weiteren, dass die Erwähnung von &#8220;FIFA&#8221; weggeschnitten wurde:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>Hintergrund der Kürzung war, die Verständlichkeit für jene Zuschauerinnen und Zuschauer zu erhöhen, die die Anspielung auf &#8216;FIFA&#8217; auf ein bestimmtes Videospiel nicht verstanden hätten. Der Moderator hätte zunächst erklären müssen, was &#8216;FIFA&#8217; ist, was wiederum von der eigentlichen Debatte abgelenkt hätte</em>.&#8221;</p>
<p>Ein Nebeneffekt des Hinweises, dass Prinz Harry mit &#8220;FIFA&#8221; über ein Fußballspiel sprach, hätte nicht von der Debatte &#8211; ob &#8220;<em>sich durch das Daddeln auch das Wesen eines Menschens</em>&#8221; verändere &#8211; abgelenkt, sondern diese beendet.</p>
<p><strong>2. Es wird der Eindruck erweckt, dass Harry von einem &#8220;Killerspiel&#8221; spricht</strong></p>
<p>Durch die Kürzung und den Kontext, in den das Zitat Harrys durch Plasberg eingebunden wurde, glaubten Zuschauer wie Studiogäste, dass Gegenstand des Zitats &#8220;Killerspiele&#8221; und nicht ein Fußballspiel war. So wies ein Gast unmittelbar nach dem Einspieler darauf hin, dass &#8220;<em>viele dieser Shooter-Spiele [...] ja für militärische Übungszwecke entwickelt worden</em>&#8221; seien, während andere vor einer &#8220;<em>Killerspieldiskussion</em>&#8221; warnten und auch Plasberg von &#8220;<em>Ballerspielen</em>&#8221; sprach und den falschen Eindruck damit noch verfestigte.</p>
<p>Die Intendantin versucht gar nicht erst den Vorwurf zu widerlegen und zündet eine Nebelkerze:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>Es ging der Redaktion von &#8216;hart aber fair&#8217; auch nicht darum den Eindruck zu erwecken, die Aussage von Prinz Harry habe Killer-Spielen gegolten</em>.&#8221;</p>
<p>Die Intention der &#8220;hart aber fair&#8221;-Redaktion ist rechtlich gesehen unerheblich. Nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung sind Äußerungen objektiv anhand des Empfängerhorizonts des durchschnittlichen Rezipienten auszulegen. Demnach ist es unerheblich, wie eine Aussage gemeint ist und ob es theoretisch abweichende Deutungsalternativen gibt. Maßgeblich ist, wie sie verstanden werden muss (<em>BVerfG</em>, Beschl. v. 11.03.2011 &#8211; 1 BvR 462/02). Und vorliegend ist die wiedergegebene Äußerung so, wie sie aufgefasst wird, unwahr.</p>
<p><strong>3. Das Zitat ist so verkürzt, dass er nun </strong><strong>wegen seiner Kampfleistungen </strong><strong>auf die Jungs </strong><strong>verweist</strong></p>
<p>Im Original sagt Harry: &#8220;<em>You can ask the guys: I thrash them at Fifa the whole time</em>.&#8221;. Er verweist auf die Aussage seiner Kameraden also wegen der Aussage, dass er sie immer bei &#8220;FIFA&#8221; &#8211; also beim Videospielen &#8211; fertig machen würde. Die &#8220;hart aber fair&#8221;-Redaktion bricht die Widergabe des Zitats nach &#8220;<em>You can ask the guys</em>.&#8221; ab. Dort heißt es nun hinsichtlich seiner Fertigkeiten als Bordschütze eines Kampfhubschraubers: &#8220;<em>Und ich liebe den Gedanken, dass ich mit meinen schnellen Daumen ziemlich nützlich bin. Da können Sie die Jungs fragen</em>.&#8221;.</p>
<p>Auch hier schreibt die Intendantin konsequent an der Kritik vorbei:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>Tatsächlich weist Prinz Harry in dem Zitat darauf hin, dass seine Kameraden seinen &#8216;schnellen Daumen&#8217; vom FIFA-Spielen kennen würden und daher wüssten, dass er mit diesem &#8216;nützlich sein kann&#8217;. Dieser Nutzen, das zeigt der aufgezeigte Kontext des Interviews eindeutig [...], bezieht sich aber nicht nur auf das gemeinsame Computer-Spielen, sondern auch auf den militärischen Einsatz. Die Weglassung des FIFA-Satzes hat das Zitat damit zwar verkürzt, aber nicht verfälscht</em>.&#8221;</p>
<p>An andere Stelle heißt es hierzu:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>Mit dem Weglassen des Verweises auf das Computerspiel &#8216;FIFA&#8217; wurde weder der Tenor der Aussage des Prinzens verfälscht, noch wurden seine Worte &#8216;neukomposiniert&#8217;, denn der Kontext des Zitats, der Tenor des gesamten Interviews, ist eindeutig. Darin zieht der Prinz einen Zusammenhang zwischen seiner Leidenschaft für Computerspiele und seinen Leistungen als Soldat bzw. als Schütze</em>.&#8221;</p>
<p>Dagegen, dass die &#8220;hart aber fair&#8221;-Redaktion das Zitat Harrys so zurecht gekürzt hat, dass er auf seine Kameraden nicht mehr wegen seinem Können an der Spielkonsole, sondern wegen seiner Fertigkeiten im Kampfeinsatz verweist, hat die Intendantin nichts vorgebracht. Es mag sein, dass der angesprochene Nutzen seiner &#8220;<em>schnellen Daumen</em>&#8221; sich nicht nur auf Videospiele, sondern auch auf den Kampfeinsatz bezog, doch auf das Zeugnis seine Kameraden hat er allein bezüglich seiner Leistungen an der Konsole verwiesen. Der dem verkürzten Zitat zu entnehmender Inhalt ist damit unwahr.</p>
<p><strong>4. Die Äußerungen des Gastes Josef Kraus&#8217; über &#8220;Killerspiele&#8221;</strong></p>
<p>In der Sendung hatte der Gast Josef Kraus über &#8220;Killerspiele&#8221; ausgeführt, dass diese &#8220;<em>Shooter-Spiele [...] ja für militärische Übungszwecke entwickelt worden [...]</em>&#8221; wären und das &#8220;<em>[...] alle Amoktäter, die wir hatten in Deutschland und Amerika [...] exzessive Shooter-Spieler</em>&#8221; gewesen wären. Diese Äußerungen entsprechen natürlich nicht der Wahrheit. Nichtsdestotrotz wurden diese Äußerungen des &#8220;Experten&#8221; im sogenannten &#8220;Faktencheck&#8221; weder angesprochen noch berichtigt. Der VDVC meint, dass die &#8220;hart aber fair&#8221;-Redaktion nach den anerkannten journalistischen Grundsätzen dazu verpflichtet gewesen war auch die unwahren Äußerungen über &#8220;Killerspiele&#8221; zu korrigieren. Schließlich erweckt &#8220;hart aber fair&#8221; auch nach der Eigendarstellung den Eindruck, dass das Format besonderen Wert auf Fakten lege.</p>
<p>Die Intendantin weicht auch hier aus:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>In einer Live-Sendung von 75 Minuten Länge werden sehr viele Aussagen getroffen, so dass der Moderator nicht jedes Statement abklopfen und kommentieren kann</em>.&#8221;</p>
<p>Die Kritik des VDVCs zielte nicht darauf ab, &#8220;live&#8221; eine Korrektur zu verlangen. Diese kann &#8211; vielleicht ist dies nicht ganz klar geworden &#8211; vielmehr nachträglich erfolgen. Beispielsweise im Rahmen des &#8220;Faktenchecks&#8221; oder anlässlich einer neuen Folge von &#8220;hart aber fair&#8221;.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Zusammenfassend hat die Intendantin sich in keinem Punkt mit der geäußerten Kritik auseinandergesetzt, sondern ist ausnahmslos auf Punkte eingegangen, die nicht Gegenstand des Vorwurfs waren: Bei 1. hat die Intendantin nicht auf die Tatsachenbehauptung, sondern auf die Frage abgestellt. Bei 2. geht sie auf die Intention der &#8220;hart aber fair&#8221;-Redaktion und nicht auf den bei den Zuschauern erweckten Eindruck ein. Bei 3. stellt sie nicht darauf auf ab, was durch das gekürzte Zitat wiedergegeben wird, sondern beschäftigt sich damit, was dem Zitat Harrys entnommen werden kann. Bei 4. wird allein verteidigt, dass der Moderator &#8220;live&#8221; nicht eingeschritten worden ist, obwohl das Fehlen einer nachträglichen Korrektur moniert wird.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><a href="http://vdvc.de/wiki/images/f/f5/2013-04-11_Antwort_WDR-Intendantin.pdf" target="_blank">Stellungnahme der Intendantin</a> (pdf)<br />
<a href="http://vdvc.de/forum/viewtopic.php?f=79&amp;t=1879#p13374" target="_blank">Stellungnahme der Redaktion</a> (Forum)<br />
<a href="http://www.wdr.de/tv/hartaberfair/sendungen/2013/0204/index.php5" target="_blank">Zur Sendung </a><br />
<a href="http://www.guardian.co.uk/uk/video/2013/jan/21/prince-harry-afghanistan-video" target="_blank">Originalzitat</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>2. &#8220;Politiker-LAN&#8221; im Bundestag geplant</title>
		<link>http://stigma-videospiele.de/wordpress/2013/04/11/2-politiker-lan-im-bundestag-geplant/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Apr 2013 10:26:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rey Alp</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[(golem) Nachdem 2011 die erste &#8220;Politiker-LAN&#8221; im Bundestag stattfand, um bei den Abgeordneten Berührungsängste abzubauen und somit zu einer Versachlichung der Debatte um &#8220;Killerspiele&#8221; beizutragen, wird die für den 15.05.2013 geplante zweite &#8220;Politiker-LAN&#8221; einen Schwerpunkt auf die wirtschaftliche Bedeutung der Branche setzen. So wird Philipp Rösler eine Keynote halten und im Anschluss eine Diskussion über<a href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/2013/04/11/2-politiker-lan-im-bundestag-geplant/"> Weiterlesen...</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>(<a href="http://www.golem.de/news/2-politiker-lan-der-bundestag-spielt-wieder-1304-98555.html" target="_blank">golem</a>) Nachdem 2011 die erste &#8220;Politiker-LAN&#8221; im Bundestag stattfand, um bei den Abgeordneten Berührungsängste abzubauen und somit zu einer Versachlichung der Debatte um &#8220;Killerspiele&#8221; beizutragen, wird die für den 15.05.2013 geplante zweite &#8220;Politiker-LAN&#8221; einen Schwerpunkt auf die wirtschaftliche Bedeutung der Branche setzen. So wird Philipp Rösler eine Keynote halten und im Anschluss eine Diskussion über die Synergieeffekte stattfinden. Die Teilnehmer erhalten dabei natürlich auch eine Möglichkeit Videospiele auszuprobieren.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><a href="http://www.golem.de/news/2-politiker-lan-der-bundestag-spielt-wieder-1304-98555.html" target="_blank">Zur Meldung</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Bewährung wegen Einfluss von &#8220;World of Warcraft&#8221;?</title>
		<link>http://stigma-videospiele.de/wordpress/2013/04/10/bewahrung-wegen-einfluss-von-world-of-warcraft/</link>
		<comments>http://stigma-videospiele.de/wordpress/2013/04/10/bewahrung-wegen-einfluss-von-world-of-warcraft/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 09 Apr 2013 22:49:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rey Alp</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=6794</guid>
		<description><![CDATA[(mjv.rlp.de/rhein-zeitung) Vom Landgericht Mainz wurde ein 21-Jähriger wegen versuchter Tötung zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten verurteilt. Der Verteidiger sah hierbei die Rolle des Videospiels &#8220;World of Warcraft&#8221; nicht ausreichend berücksichtigt und hofft auf eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als 2 Jahren, die dann auf Bewährung ausgesetzt werden könnte. Der BGH hat<a href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/2013/04/10/bewahrung-wegen-einfluss-von-world-of-warcraft/"> Weiterlesen...</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>(<a href="http://www.mjv.rlp.de/icc/justiz/nav/634/broker.jsp?uMen=634b82fe-d698-11d4-a73d-0050045687ab&amp;uCon=f9170054-f2c9-ed31-2b0f-598377fe9e30&amp;uTem=aaaaaaaa-aaaa-aaaa-aaaa-000000000042" target="_blank">mjv.rlp.de</a>/<a href="http://www.rhein-zeitung.de/regionales_artikel,-Nieder-Olmer-Messerstecher-War-Computerspiel-schuld-_arid,579701.html" target="_blank">rhein-zeitung</a>) Vom Landgericht Mainz wurde ein 21-Jähriger wegen versuchter Tötung zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten verurteilt. Der Verteidiger sah hierbei die Rolle des Videospiels &#8220;World of Warcraft&#8221; nicht ausreichend berücksichtigt und hofft auf eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als 2 Jahren, die dann auf Bewährung ausgesetzt werden könnte. Der BGH hat der Verteidigung nun offenbar Gelegenheit geboten diesen Umstand darzulegen: Nach einer Pressemitteilung des Landgerichts Mainz wird die Verhandlung bis zur Einholung eines dahingehenden Gutachtens ausgesetzt: &#8220;<em>Der BGH möchte die konsolidierten Lebensumstände des Angeklagten seit der Tat bei der Bemessung der Strafe berücksichtigt wissen</em>&#8220;.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><a href="http://www.mjv.rlp.de/icc/justiz/nav/634/broker.jsp?uMen=634b82fe-d698-11d4-a73d-0050045687ab&amp;uCon=f9170054-f2c9-ed31-2b0f-598377fe9e30&amp;uTem=aaaaaaaa-aaaa-aaaa-aaaa-000000000042" target="_blank">Zur Pressemitteilung</a><br />
<a href="http://www.rhein-zeitung.de/regionales_artikel,-Nieder-Olmer-Messerstecher-War-Computerspiel-schuld-_arid,579701.html" target="_blank">Rhein-Zeitung</a></p>
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		<title>Weiß beklagt &#8220;Einfluss durch die Lobby der Medienindustrie&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Apr 2013 20:56:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rey Alp</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=6785</guid>
		<description><![CDATA[(Mediengewalt.eu) Der Verein &#8220;Mediengewalt e.V.&#8221; hat sich ausweislich seiner Satzung der &#8220;Aufklärung über Medieneinflüsse&#8221; verschrieben, wobei dies natürlich nicht zum Selbstzweck geschieht: Die Mitglieder, zu denen u.a. die Psychologen Prof. Dr. Helmut Lukesch, Prof. Dr. Günter L. Huber, Dr. Werner H. Hopf und Dr. Rudolf H. Weiß gehören, zeigen sich regelmäßig als Befürworter restriktiverer Gesetze,<a href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/2013/04/09/weis-beklagt-einfluss-durch-die-lobby-der-medienindustrie/"> Weiterlesen...</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>(<a href="http://www.mediengewalt.eu/" target="_blank">Mediengewalt.eu</a>) Der Verein &#8220;Mediengewalt e.V.&#8221; hat sich ausweislich seiner <a href="http://www.mediengewalt.eu/downloads/Satzung%20des%20Vereins%20Mediengewalt.pdf" target="_blank">Satzung</a> der &#8220;<em>Aufklärung über Medieneinflüsse</em>&#8221; verschrieben, wobei dies natürlich nicht zum Selbstzweck geschieht: Die Mitglieder, zu denen u.a. die Psychologen Prof. Dr. Helmut Lukesch, Prof. Dr. Günter L. Huber, Dr. Werner H. Hopf und Dr. Rudolf H. Weiß gehören, zeigen sich regelmäßig als Befürworter restriktiverer Gesetze, die den Zugang zu gewaltdarstellenden Videospielen erschweren sollen.</p>
<p><span id="more-6785"></span>Aktuell weist der &#8220;Mediengewalt e.V&#8221; auf eine von Dr. Rudolf H. Weiß im Jahr 2013 durchgeführte Studie hin, die sich mit der Mediennutzung von den Schülern der 8. Klasse einer Haupt-/Realschule beschäftigt. Hierbei ist man bezüglich des Videospiels &#8220;Call of Duty &#8211; Black OPs 2&#8243; zu dem Ergebnis gekommen, dass 86 % der Jungen das Spiel nutzten. Dieser Prozentsatz ist 20 %-Punkte höher, als der Wert, der 2008/2009 für die Nutzung von &#8220;GTA: IV&#8221; bzw. &#8220;Modern Warfare 2&#8243; ermittelt wurde. Der Autor sieht hier Anzeichen für eine Tendenz:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>Dies kann ein Indiz dafür sein, dass bei Kindern und Jugendlichen zwischen 13 und 15 Jahren das Spielen von Kriegs-Shootern ohne Jugendfreigabe (18+) und die damit verbundene Suchtgefahr von Jahr zu Jahr größer wird</em>.&#8221;</p>
<p>Der &#8220;Mediengewalt e.V.&#8221; betont in Hinblick auf &#8220;Black Ops 2&#8243;, dass für &#8220;<em>Adam Lanza [...] dieser brutale Kriegs-Shooter Vorbild für seine schreckliche Tat mit 26 Opfern</em>&#8221; war, sowie dass &#8220;<em>ähnliche medieninduzierte Prozesse [...] für die Täter Tim K. [...] und beim Massenmörder Anders Breivik [...] festgestellt</em>&#8221; worden seien. Ein Umstand, der nach Weiß in der Berichterstattung nicht genügend herausgestellt wurde. Die Einflüsse der Medien sei nur von &#8220;<em>Wenigen [...] und ohne politischen Handlungsbedarf vorgebracht</em>&#8221; worden.</p>
<p>Dies beklagt Weiß, weil nach seiner Ansicht an den jeweiligen Taten &#8220;<em>nachweislich diejeweiligen &#8220;Mainstream-Shooter&#8221; mitbeteiligt</em>&#8221; gewesen seien, die &#8220;<em>ein ständiger Wegbegleiter der Täter</em>&#8221; waren. Hierbei zeigt er sich hinsichtlich des bisher ausgebliebenen Erfolgs der Vereinsarbeit enttäuscht und frustriert &#8211; man käme gegen die Lobbyarbeit der Videospielbranche nicht an.</p>
<p>Auch der fehlenden Einsicht der &#8220;Gamer&#8221; widmdet sich Weiß. Zwar sei die Nutzung von derartigen Spielen für erwachsene Männern genauso gewöhnlich wie das &#8220;<em>täglich Brot essen</em>&#8220;, doch auf das Fehlen eines Einflusses könne deswegen &#8211; anders, als es ihm &#8220;<em>eingefleischte Gamer [...] gelegentlich</em>&#8221; vorhalten wurden &#8211; nicht geschlossen werden. Die subjektiv und unlogisch argumentierenden Gamer würden den entscheidenen Unterschied übersehen:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>Wenn man sich mit Brot überfrisst kann man sich allenfalls selbst gesundheitlich schädigen. Aber wenn man sich mit Gewaltmedien &#8216;überfrisst&#8217; kann dies nicht nur die eigene Person schädigen, sondern auch andere</em>.&#8221;</p>
<p>Der obligatorische Hinweis, dass man keine Monokausalität behaupte, aber es ohne die Videospiele im Endeffekt dann aber doch nicht gegangen wäre, fehlt ebenfalls nicht:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>Extremer Gewaltmedienkonsum ist keine zwingende Voraussetzung für einen &#8216;Amoklauf&#8217;, in vielen Fällen jedoch eine hinlänglich notwendige Einflussgroße um den destruktiven Ablauf zu erklären</em>.&#8221;</p>
<p>Weiß belegt diese Behauptung u.a. mit der Aussage, dass schon Breivik selbst &#8220;<em>&#8216;Call of Duty-Modern Warfare 2&#8242; als seine wichtigste Trainingshilfe bei der Vorbereitung seines Amoklaufes</em>&#8221; beschrieben habe, wobei dies wohl auf eine etwas missglückte Übersetzung zurückzuführen ist. Breivik schrieb über &#8220;Modern Warfare 2&#8243;:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>I played MW1 as well but I didn’t really like it as I’m generally more the fantasy RPG kind of person – Dragon Age Origins etc. and not so much into first person shooters. I see MW2 more as a part of my training simulation than anything else.</em>&#8220;</p>
<p>Breivik sagt also, dass er eigentlich RPGs FPSs vorziehe. In diesem Kontext dürfte das &#8220;<em>more as a part of my training simulation than anything else</em>&#8221; dahingehend zu verstehen sein, dass er die Nutzung des Spiels hauptsächlich als Teil seines Trainings betrachte (Da er eigentlich andere Genre bevorzugt) und nicht so gemeint sein, dass sein Training hauptsächlich aus der Nutzung des Titels bestünde. Ergebnis dieses Trainings sei u.a. gewesen, dass Breivik taktische Magazinwechsel durchführte, obwohl dafür keine Verlanlassung bestanden habe (Er habe Magazine ausgewechselt, auch wenn diese noch nicht vollständig leergeschossen waren.). Dabei habe das Spiel die Tat auch auf andere Weise gefördert:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>Dieses Computerspiel war für Breivik nicht nur eine Trainingshilfe sondern der versteckte „virtuelle Faschismus“ verstärkte sein politisch und religiös motiviertes Sendungsbewusstsein sowie seine Allmachtsfantasien und sein Bedürfnis, ein Held zu werden [...]</em>.&#8221;</p>
<p>Des Weiteren würde ein &#8220;<em>Realitätsdurchbruch</em>&#8221; drohen, bei dem der Nutzer wie im Rausch teilweise die Kontrolle verliere und nur noch bedingt zurechnungsfähig sei. Als Medien, die hierzu führen könnten, seien neben Videospielen auch Filme, Musikstücke und literarische Werke zu nennen. Die größte Eignung würden jedoch die Videospiele aufweisen, weil &#8220;<em>bei diesen die verhaltensprägende Wirkung am stärkste</em>&#8221; sei. Weil dies in Extremfällen ein Auslöser sein könne, fordert Weiß politische Konsequenzen. Die nicht genehmen Spiele sollten zukünftig ausnahmslos verboten oder indiziert werden:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;<em>Aus diesem Grunde sagen wir schon seit Jahren, dass solche menschenverachtenden Produkte wie &#8216;Black Ops 2&#8242; überhaupt nicht auf den Markt gehören, jedenfalls keine Freigabe ab 18 Jahren erhalten dürften.</em>&#8220;</p>
<p>Dass es hierzu noch nicht gekommen ist führt Weiß auf mehrere Umstände zurück.</p>
<p style="padding-left: 30px;">- Die Medien und die in den Medien präsenten Personen würden die Thematik nicht angemessen behandeln: Der Einfluss von Gewaltmedien spiele &#8220;<em>im Kontext möglicher Tatursachen im öffentlichen und politischen Diskurs bislang kaum eine Rolle</em>&#8220;. Es sei &#8220;<em>bedauerlich, dass dieser bei den bisherigen Erklärungsversuchen von Leuten, die eine sog. &#8216;Deutungshohheit&#8217; beanspruchen oder denen eine solche von bestimmten Presseorganen zugemessen wird, bis dato außen vor geblieben ist</em>&#8220;.</p>
<p style="padding-left: 30px;">- Die für die Bewertung maßgeblichen Institutionen würden dem Einfluss der Medienindustrie ausgesetzt sein, weshalb sie durch staatliche Stellen ersetzt werden müssten: &#8220;<em>Der Zugang zu extremen Gewaltmedien [...] für die jüngere Generation muss stärker eingeschränkt werden durch eine einschneidende Einflussbegrenzung der weitgehend von der Medienindustrie abhängigen Bewertungsinstanzen (USK-FSK-FSF) und ersetzt werden durch eine kompetente und objektivere rein staatliche Bewertungsinstitution (neuorganisierte BPJM)</em>&#8220;.</p>
<p style="padding-left: 30px;">- Die Politiker würden vor Verboten aus ethisch verwerflichen Gründen &#8211; der wirtschaftlichen Bedeutung der Branche und der Sorge um Stimmen &#8211; zurückschrecken: &#8220;<em>Da ist soviel Geld im Spiel und die Lobbyarbeit dieses Wirtschaftszweiges ist so intensiv, dass unsere politischen Entscheidungsträger (zumindest bei uns in Deutschland) diesem gigantischen ‘Geschäft mit der Gewalt’ kaum mehr Widerstand entgegensetzen. Dazu kommt noch die Angst vieler Politiker, dass ihre Partei Stimmen vor allem von den Jungwählern an die Piratenpartei verlieren könnte, wenn sie sich für eine stärkere Begrenzung der Beschaffungsmöglichkeiten von solchen Produkten ausspricht</em>&#8220;.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><a href="http://www.mediengewalt.eu/blog/" target="_blank">Mediengewalt.eu</a> (Blog)<br />
<a href="http://www.mediengewalt.eu/downloads/Schuelerbefragung_2013.pdf" target="_blank">Schülerbefragung</a> (pdf)<br />
<a href="http://mediengewalt.eu/cgi-data/weblog_basic/uploads/2013/03/diskurs-mainstreamshooter-und-amoklauf-r-h-weis-marz-2013-2.pdf" target="_blank">Appell</a> (pdf)</p>
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		<title>Replik zu &#8220;Kaiser ist cooler&#8221; von Christian Schmidt</title>
		<link>http://stigma-videospiele.de/wordpress/2013/04/07/replik-zu-kaiser-ist-cooler-von-christian-schmidt/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Apr 2013 13:01:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rey Alp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>

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		<description><![CDATA[Ende letzten Jahres hat sich Christian Schmidt in dem &#8220;WASD-Magazin&#8221; unter dem Titel &#8220;Kaiser ist cooler&#8221; damit auseinandergesetzt, wie Politik in Videospielen dargestellt wird und welche Botschaften hierbei transportiert werden. Das Urteil ist dabei klar: Nach Christian Schmidt sei Politik &#8220;in Computerspielen entweder korrupt oder irrelevant – oder reaktionär&#8221;, womit das Genre über Politik nicht<a href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/2013/04/07/replik-zu-kaiser-ist-cooler-von-christian-schmidt/"> Weiterlesen...</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ende letzten Jahres hat sich Christian Schmidt in dem &#8220;<a href="http://wasd-magazin.de/das-heft.html" target="_blank">WASD-Magazin</a>&#8221; unter dem Titel &#8220;<a href="http://www.gamestar.de/index.cfm?pid=675&amp;pk=3007843" target="_blank">Kaiser ist cooler</a>&#8221; damit auseinandergesetzt, wie Politik in Videospielen dargestellt wird und welche Botschaften hierbei transportiert werden. Das Urteil ist dabei klar: Nach Christian Schmidt sei Politik &#8220;<em>in Computerspielen entweder korrupt oder irrelevant – oder reaktionär&#8221;</em>, womit das Genre über Politik nicht nur wenig, sondern sogar &#8220;<em>das Falsche</em>&#8221; verbreite. Auch wenn an dem Wunsch Christians nach einem breiteren Spektrum von Videospielen sicherlich nichts auszusetzen ist, erscheint sein Artikel bei vielen Punkten doch etwas zu pauschal und undifferenziert, was ich ihm in der folgenden Mail mitgeteilt habe:</p>
<p><span id="more-6764"></span></p>
<p style="padding-left: 30px;">Lieber Christian, vorrausgeschickt möchte ich Dir dafür danken, dass Du den deutschen Spielejournalismus mit „WASD“ um ein überfälliges Format ergänzt hast. Ich habe mir seit langem in Games-Magazinen eine stärkere inhaltliche Betrachtung von Videospielen gewünscht, was ich selbst schon aus zeitlichen Gründen mit stigma-videospiele.de nur peripher versuche. Umso interessanter fand ich es, was man an Informationen bekommt, wenn man es – wie ich im Fall von <a href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/2011/09/05/5582/" target="_blank">Anno</a> – dann doch umsetzt. Von daher habe ich „WASD“ gespannt beobachtet, wobei mich Dein Artikel „Kaiser ist cooler“ doch etwas länger beschäftigt hat und noch immer beschäftigt.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Dabei ist es so, dass ich bezüglich einer Vielzahl Deiner Thesen skeptisch bin und auch die Kernaussage des Artikels, sofern ich ihn richtig begriffen habe, kritisch sehe.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>1. Videospielen seien das „Medium einer politikverdrossenen Generation“</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">In den Medien ist diese unterstellte Politikverdrossenheit allgegenwärtig, wobei ich dies differenzierter sehen möchte. Im Artikel setzt Du beispielsweise nach meinem Verständnis „Politik“ und „Politiker“ gleich und schließt dann von dem einen auf das andere. Ich selbst kann mit den etablierten Parteien beispielsweise schon deswegen wenig anfangen, weil ich weder eine Partei wählen möchte, die Deutschland in verfassungs- und völkerrechtswidrige Kriege geführt hat oder führen wollte, noch eine – der Darstellung geschuldet etwas pauschal – „Stasi 2.0“ als wünschenswert erachte. Es gibt also mit Frieden und Freiheit durchaus politische Themen die mich bewegen, die ich jedoch bei keiner der etablierten Parteien wiederfinde. Nun von einer Parteien- auf eine Politikverdrossenheit zu schließen, empfände ich etwas unfair. Ähnlich liegt es möglicherweise auch schon bei den Strukturen: Die Jugend spricht die aktuelle Form der Politik offenbar nicht ausreichend an: Es wird (echte) Partizipation, Transparenz und Verantwortung gefordert, die sich nicht im Abgeben der Stimme erschöpft (<a href="http://www.ard.de/kultur/sonstiges/politikverdrossenbheit-der-jugend/-/id=171948/nid=171948/did=1196778/y0h6y/index.html" target="_blank">Hierzu ein netter Artikel</a>). Wenn wie bei Acta Hunderttausende auf die Straße gehen würde ich es zumindest als gewagt ansehen, hier ein Desinteresse zu beklagen. Darüber hinaus hätte die Jugend – <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2012/11/warum-sollten-jugendliche-nicht-politikverdrossen-sein/" target="_blank">hier schön dargestellt</a> – wohl jedes Recht politiker- und parteienverdrossen zu sein.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>2. Videospiele würden „Politik marginalisieren“</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;"><a href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/04/cs01.jpg"><img alt="cs01" src="http://stigma-videospiele.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/04/cs01.jpg" width="750" height="379" /></a>Tropico 4: Regierungsviertel mit Ministerien und Präsidentenpalast.</p>
<p style="padding-left: 30px;">In dem Artikel führst Du an, dass Videospiele die Politik ausblenden würden. Dabei verstehe ich nicht, weshalb manche Spielereihen nicht genannt werden. So beklagst Du, dass in Aufbauspielen wie in „Siedler“ und „Anno“ keine Regierungsgebäude gebaut werden müssen, während beispielsweise „Tropico“, in dem man mit Präsidentenpalast, diversen Ministerien und einzelnen Behörden ein ganzes Regierungsviertel anlegen kann, unerwähnt bleibt. Auch oder gerade weil das Spiel als Satire gedacht ist, bietet es umfassende Möglichkeiten um das politische Leben zu gestalten. Umweltpolitik, Gesundheitswesen, Verteidigung, Bildung etc. sind alles Themengebiete, denen sich der Spieler widmen kann. Sicher wird vieles einfacher als in der Realität dargestellt, aber man kann kaum behaupten, dass das Spiel Politik ausblenden würde – im Gegenteil: Diese ist der zentrale Inhalt des Spiels. So ist es möglich regelmäßig in freien Wahlen von der Bevölkerung im Amt bestätigt zu werden und den Bürgern ein kostenloses Wohnen zu ermöglichen, oder einen Polizeistaat mit Elendsvierteln zu errichten, der die Bürger ausbeutet. Ich kenne keinen Spieler der letzteres tut – ein „gutes“ Spiel scheint vielen Nutzern besser zu liegen. Wobei manche Entscheidungen aus praktischen Gründen getroffen werden. So gehört beim GameStar-Partner „<a href="http://www.youtube.com/user/tomdotio" target="_blank">tomdotio</a>“ das Erlauben von gleichgeschlechtlichen Beziehungen zum Standardrepertoire – als Maßnahme gegen Wohnraumknappheit. Auch erscheint es mir als Ausdruck einer etwas verengten Sichtweise Demokratie am Vorhandensein bestimmter Gebäude festmachen zu wollen. Diese wird man beispielsweise im antiken Athen sowie bei den Germanen vergeblich gesucht haben, da dort die Bürger auf dem Marktplatz bzw. der Thingstätte zusammenkamen um politische Entscheidungen basisdemokratisch zu fällen. Und zumindest den Griechen als „Erfinder“ der Demokratie wollen wir doch diese Rolle nicht deshalb absprechen, weil sie ihre Tempel zu Ehren der Götter errichtet haben.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><a href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/04/cs04.jpg"><img alt="cs04" src="http://stigma-videospiele.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/04/cs04.jpg" width="750" height="324" /></a>Tropico 3: Gesundheitswesen, Arbeit, Altersvorsorge und saubere Energie &#8211; Politik ausgeblendet?</p>
<p style="padding-left: 30px;">Aber auch abseits des Mangels an repräsentativen Bauten meine ich nicht, dass man Spielen pauschal ein Mangel an Politik attestieren könnte. Den Aufgabenstellungen, mit denen sich Spielern von Aufbau- und Strategiespielen regelmäßig konfrontiert sehen (Stadtentwicklung, Sicherung der Grundversorgung, Befriedigung kultureller und anderweitiger Bedürfnisse, Etablierung einer konkurrenzfähigen Wirtschaft) sind doch auch gerade die, mit denen sich die Politik auseinandersetzt. Dein eigentlicher Kritikpunkt ist somit ein anderer:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>3. Videospiele würden „Gleichgültigkeit und Vorurteile gegenüber demokratischen Prinzipien“ nichts entgegenstellen.</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">Nicht das Fehlen von Politik, sondern deren fehlende demokratische Legitimation sei das Problem. Die Videospiele würden gewisse „<em>Hierarchien</em>“ und „<em>diktatorische Strukturen</em>“ propagieren. So würden „<em>in der Welt von Computerspielen […] Entscheidungen von oben gefällt, nie von unten</em>“. Dies ist meines Erachtens auch nicht immer der Fall. Nehmen wir hier mal „Anno 2070“: Die Bewohner stören sich an gewissen Missständen, wie z.B. der Umweltverschmutzung, und werden darüber auch ungehalten. Zwar ist es der Spieler der hier entscheidet, ob und wie er der Problematik abhilft, doch die Initiative um Tätig zu werden ist in der Regel die vorherrschende Meinung in der Bevölkerung. Auf die Spitze getrieben wird dies in der „Victoria“-Reihe. Dort entstehen mit zunehmender Bildung tatsächlich Bewegungen in der Bevölkerung, die z.B. Mindestlöhne fordern.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><a href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/04/cs02.jpg"><img alt="cs02" src="http://stigma-videospiele.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/04/cs02.jpg" width="750" height="158" /></a><br />
Victoria 2: Große Teile der Bevölkerung verlangen eine Reform des Gesundheitswesens.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Wenn der Spieler hier nicht tätig wird kann es sogar zu Straßenkämpfen und Revolutionen kommen. Ähnlich ist es mit dem Einflüssen des Parlaments: Die von der Bevölkerung gewählten Vertreter bzw. die stärkste Partei schränkt die Handlungsmöglichkeiten des Spielers irreversibel ein: Steuern und Zölle können nun nicht mehr auf jedes beliebige Niveau erhöht werden und bei den Sozialisten können Mindestausgaben für Sozialleistungen nicht unterschritten wie ein bestimmtes Militärbudget nicht überschritten werden darf. Des Weiteren zeichnet das Spiel die wachsende Liberalisierung gekonnt nach: Während die gelenkten Nationen anfangs als absolutistische Monarchien ohne weiteres Eisenbahnen, Industrie, etc. bauen können und auch Kriege ohne weiteres geführt werden können, werden die Handlungsmöglichkeiten des Spielers nach und nach beschnitten. Um militärisch nicht ins Hintertreffen zu geraten muss die Forschung vorangetrieben werden, was über eine erhöhte Bildung erfolgt, eine Steigerung der Bildung führt wiederum zu einer erhöhten Pluralität und diese zu dem Verlangen den Wunsch nach politischen und sozialen Reformen umzusetzen. Wenn sich ein Spieler dem versperren will muss er sich durch niedrige Steuern das Wohlwollen der Bevölkerung erkaufen und in jeder Stadt eine einschüchternde Garnison unterhalten: Es funktioniert kaum und führt trotzdem zu unschönen Aufständen, die blutig niedergeschlagen werden müssen. Von daher muss der Spieler seine Nation fast zwangsläufig demokratisieren, wobei das der Grund sein könnte, weshalb es nicht viele solche Spiele gibt. Wie auch von Dir festgestellt – die für ein Spiel zwingende Entscheidungsfreiheit des Spielers lässt sich mit demokratischen legitimierenden Prozessen nur „s<em>chwer […] vereinbaren</em>“. Es macht schlicht keinen Spaß, wenn die Kapitalisten „unpassende Fabriken“ bauen und man nur noch durch Subventionen auf den ein oder anderen Wirtschaftszweig einwirken kann. Der Nutzer wird eher zum Zuschauer bzw. zu einem sehr mittelbaren Spieler degradiert. Die Vorstellung von Politik und die echte Politik divergieren schlicht: Hier kann nicht einfach von oben bestimmt werden, was passieren soll, sondern die Regierung wird vom Lenker zum Verwalter des Staates. Ein dennoch interessanter Prozess, der eindringlich den Wandel von Politik veranschaulicht und die Frage nach der Aufgabe und Verantwortung von Politik stellt.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><a href="http://stigma-videospiele.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/04/cs03.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-6771" alt="cs03" src="http://stigma-videospiele.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/04/cs03.jpg" width="750" height="229" /></a>Victoria 1: Der fiktive Haushalt des Deutschen Reiches kommt dem echten überraschend nahe .</p>
<p style="padding-left: 30px;">Wenn ein Spieler es übrigens versäumt hat sich für die Einführung der Bismarck‘schen Sozialgesetze ein finanzielles Polster zuzulegen, wird er eine unangenehme Überraschung erleben. Ich habe das mal visualisiert: Durch die Schulden wegen der Einführung und den nun ständig erforderlichen Sozialleistungen ist der Handlungsspielraum des Spielers nun schon durchs Budget stark beschränkt. Ich habe hiervon inspiriert einen Vergleich mit dem echten deutschen Haushalt durchgeführt – doch überraschend ähnlich? Von daher wird in diesem Spiel in meinen Augen insoweit genau das umgesetzt, was Du in deinem Artikel gefordert hattest.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>4. „Der Typus des »guten Politikers« hat in Spielen keine Tradition.“</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">Anders als Du, vermag ich in Videospielen auch kaum einen (guten) absolutistischen Herrscher zu nennen. Der einzige, der mir dort auch nur im Intro untergekommen und in Erinnerung geblieben ist, ist König Rhobar aus den „Gothic“-Teilen. Von daher möchte ich Dir – wobei ich nur einen winzigen Bruchteil der Spiele kennen werde, die dir bekannt sind – gerne recht geben: In den gängigen Shootern usw. kann ich kaum eine genehme Darstellung eines Politikers nennen. Mir kommen hier nur Dr. Breen in „Half-Life²“ und Bryce Dawkins als stellvertretender Bürgermeister in „GTA IV“ in den Sinn. Dass Politiker bzw. deren Arbeit in Videospielen nicht nur als gut dargestellt werden, empfinde ich im Übrigen nicht als großartiges Problem: So sah sich beispielsweise New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg genötigt klarzustellen, dass die in „GTA IV“ dargestellte Kriminalität nicht der wirklichen in seiner Stadt entspreche, was die Bedeutung von Videospielen und das Potential von diesen, auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam zu machen, unterstreicht. Von daher stört es mich nicht, dass es Videospiele gibt, in denen Kritik an Korruption, Vetternwirtschafts, Klüngeleien oder anderen Missständen dargestellt und/oder kritisiert wird. Auch wenn es nur <a href="http://www.examiner.com/article/deus-ex-gets-political-with-george-w-bush-wanted-poster" target="_blank">am Rande</a> ist und z.B. George W. Bush als Kriegsverbrecher gesucht wird. Dass es nicht auch Videospiele gibt, in denen Politiker als gut dargestellt werden bzw. es keine dahingehende „Tradition“ gibt, erkenne ich als Mangel an: Es würde formal eine Bereicherung für Videospiele darstellen, wenn auch dieses Spektrum abgedeckt werden würde. Hier bin ich bei Dir, dass hier die „<em>ideelle Armut unseres Mediums</em>“ offenbart wird. Wobei mir auch bei Filmen nur wenige Politiker als Vorbild dargestellt werden. Das von Dir angeführte „Frost/Nixon“ ist zwar äußerst interessant und sehenswert, doch eigentlich macht der Politiker hier doch keine gute Figur. Als Film, der einen Politiker wirklich als weitsichtig und vorausschauend aber auch menschlich darstellt, fällt mir allein „Invictus“ ein. Dies wird aber weniger an einem Mangel an solchen Filmen, sondern eher auf meine beschränkte Kenntnis von diesen zurückzuführen sein.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>5. <strong>„</strong>Ich gräme mich […] über die ideelle Armut unseres Mediums, das […] so wenig zu sagen hat. Und allzu oft, wie hier, das Falsche.<strong>“</strong></strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">Diese Zeile ist das, was ich als eigentlichen Kern des Artikels begreife, und deren Aussage ich nur schwer teilen kann. Sie zeigen auch auf, was schon zuvor zwischen den Zeilen durchschien: Die Aussage, dass Politik in Spielen „<em>entweder korrupt oder irrelevant</em>“ sei, ist nur geschickt verkleidet: Denn in den Fällen, in denen Politik als korrupt dargestellt wird, kann sie nicht irrelevant sein. Der tatsächliche Kritikpunkt ist daher die letzte verbleibende Variante: Politiker sollen in Spielen gut aussehen. Und in den Fällen, in denen sie es nicht tut, sei dies falsch. Sicher: Videospiele sollten gesellschaftlich von Relevanz sein indem sie sich emanzipieren und von Nutzern wie Entwicklern nicht nur als Spiel, sondern auch als Medium begriffen werden, um politische Diskurse abzubilden, anzustoßen oder zu thematisieren. Doch bei diesem Weg bin ich skeptisch. Hier kommt wohl auch mein Studium der Rechtswissenschaften ins Spiel, von dem ich etwas vorgeschädigt bin: Im Recht wird zwischen Tatsachenbehauptungen und Werturteilen unterschieden. Nur erstere sind auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüfbar. Es verbietet sich dagegen, Werturteile als Ausdruck einer persönlichen Überzeugung daraufhin zu prüfen, ob diese substantiiert bzw. sinnhaft oder „falsch“ oder „richtig“ sind. Genauso wenig wie es Aufgabe der Gerichte ist zu klären, ob eine bestimmte Partei bei einer Frage richtig oder falsch liegt, sehe ich es nicht als Aufgabe einer Rezension an, die politische Bildung und Überzeugungen von Nutzern oder Entwicklern zu „korrigieren“. Was kommt als nächstes: Ein Lob von „Tropico“, weil dort Windkraftanlagen den Energiebedarf decken können und ein Tadel von „SimCity“, weil dort Atomkraftwerke bei einer intelligenten Bevölkerung „sicher“ sind? Ob eine Idee stimmig präsentiert wird bzw. wie gelungen etwas inszeniert worden ist, kann gerne beurteilt werden. Auch kann man gerne darauf hinweisen, dass dem Spiel eine gewisse Aussage inne wohnt oder auch eine ganz andere ermittelt werden. So wollte z.B. der Autor von „Fahrenheit 451“ tatsächlich vor der Bedrohung des Buches durch den Film und nicht vor totalitären Staaten warnen und „Don Quijote“ sollte wohl nur den Leser der damaligen „Ritterromane“ aufzeigen, dass bei diesen Gefahr bestünde sich in fiktiven Welten zu verirren. Aber nicht allein deshalb, weil die Intention der jeweiligen Autoren fragwürdig sein mag, müssen die Werke verurteilt werden, weil sie eine „falsche“ Botschaft übermitteln sollen. Eine Verurteilung eines Videospiels, weil es die „falsche“ Meinung vertritt, sehe ich auch wegen der Folgen dieser Bewertung kritisch: Sollen diese nun verboten werden oder nur als unerwünscht gebrandmarkt werden? Sollte sie am besten keiner mehr kaufen?</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>6. Fazit</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">Ich bin zumindest beruhigt, dass Du entgegen den anfänglich aufgeworfenen Fragen, was es bedeutet, „<em>wenn ein globales Unterhaltungsmedium einen der Grundpfeiler unseres Zusammenlebens ausnahmslos von seiner schlechten Seite zeigt</em>“ und trotz der Inhalte der Spiele zum Ergebnis kommst, dass sich „<em>vermutlich zu Recht</em>“ […] „<em>die meisten Spieler als liberal bezeichnen würden</em>“ und man sich „<em>wenig Sorge um die Reflexionsfähigkeit der Generation Internet</em>“ machen müsse. Auch bin ich bei Dir, dass mehr Vielfalt dem Medium guttun würde. Darüber hinaus meine ich, dass Du etwas unscharf zwischen Politik, Politikern und Parteien unterscheidest. Im Wesentlichen bleiben für mich zwei Thesen, bei denen ich Vorbehalte habe: Videospiele würden das falsche propagieren und die Politik vereinfachen. Beim ersten Punkt habe ich schlicht eine andere Überzeugung. Beim zweiten Punkt vermag ich nicht ganz nachzuvollziehen, worauf Deine Kritik hinauslaufen soll: Dass sich eine demokratische Legitimierung der Handlung des Spieles bei einer realitätsnahen Darstellung nur schwer umsetzen lässt, hast ja auch Du angeführt. Bewiesen wird es durch „Victoria“. Nur was soll die Folge für die Industrie sein? Sollen Entwicklers trotzdem – aus Prinzip – Spiele produzieren, die keinen Spaß machen und den Nutzer bloß frustrieren? Und wäre es wirklich ein Gewinn, wenn zukünftig nichtmehr ein korrupter Präsident von oben herab einen Präventivschlag befiehlt, sondern dies durch ein aus lupenreinen Demokraten zusammengesetztes Parlament geschieht? Und was ist die Folge für die echte Politik und die echte Gesellschaft sowie die Spielejournalisten: Soll ein allgemeinverbindlicher Index mit „richtigen“ und „falschen“ Ideen aufgestellt werden und der Inhalt von Videospielen dementsprechend gelobt und getadelt oder noch zu ganz anderen Maßnahmen gegriffen werden? Maßgeblich für mich wäre allein, dass eine Vielfalt hergestellt wird. Und das sollte meiner Meinung nach nicht dadurch geschehen, dass man gegen „Falsches“ vorgeht, sondern indem man „Richtiges“ beginnt.</p>
<p>Ich habe mittlerweile auch eine Antwort von Christian erhalten, die ich euch ebenfalls nicht vorenthalten möchte:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Hi Matthias, vielen Dank für deine ausführliche E-Mail! Sie hat mich sehr gefreut, denn um ehrlich zu sein hatte ich mit viel mehr Widerspruch auf meine These gerechnet, die ein Debattenanstoß sein sollte. Tatsächlich ist deine E-Mail das Fundierteste, was ich als Antwort erhalten habe – und auch das nur nichtöffentlich. Wie schade! Hast du vor, deinen Widerspruch zu meinem Essay auf stigma-videospiele.de zu veröffentlichen? Ich würde mich darüber freuen!</p>
<p style="padding-left: 30px;">Einige Antworten zu deinen (teils sehr berechtigten) Kritikpunkten:</p>
<p style="padding-left: 60px;">1) Richtig, ich hätte eher “politikerverdrossen” als “politikverdrossen” schreiben sollen. wobei man darüber streiten kann, ob das in den meisten Köpfen nicht gleichgesetzt ist. Eine der Kernfrage der Politikverdrossenheit ist, ob die Verfehlungen von Personen symptomatisch sind für das Versagen des gesamten Systems, oder gar systemimmanent. Für die meisten Spiele, in denen “schlechte” Politiker vorkommen, ist das überhaupt keine Frage, sondern eine Selbstverständlichkeit. Demnach ist für sie Politikerkritik unsinnigerweise immer gleichzeitig auch Strukturkritik – mehr dazu weiter unten.</p>
<p style="padding-left: 60px;">2) Ich sehe nicht, warum ein einzelnes Gegenbeispiel meine Argumentation entwerten würde, noch dazu, wo Tropico bei allem Respekt ein eher marginaler Titel im Vergleich zu z.B. der Anno-Serie ist. Natürlich wäre es verkürzt, politische Strukturen allein an Gebäuden festzumachen. Meine Aussage ist, dass selbst so banale Elemente wie funktionale Regierungsgebäude in den wenigsten Spielen eine Rolle spielen; und selbst wenn, dann in der Regel weit untergeordnet unter Wirtschaft, Militär und Kirche. Das ist symptomatisch.<br />
Dass Spiele relevante gesellschaftliche Aufgabenstellungen spiegeln, wie von dir aufgezählt, bestreite ich nicht. Selbst den Umgang mit einer militärischen Bedrohung im dümmsten Shooter kann man als politische Herausforderung lesen. Es geht um die Lösungswege, die sie den Spielern anbieten. Diese Lösungswege sind in der Regel dezidiert politikfern, wenn nicht gar antidemokratisch.</p>
<p style="padding-left: 60px;">3) Victoria ist ein schönes Beispiel für den Versuch, politische Prozesse in Spielmechanik zu übersetzen (und für die damit verbundenen Schwierigkeiten, die du anschaulich beschreibst). Ähnlich, wenn auch vereinfacht, löst das die Civilization-Reihe, in der eine vergleichbare gesellschaftliche Entwicklung vom Despotismus hin zu demokratischen Systemen abgebildet wird, wobei aber interessanterweise Republiken oder Demokratien nicht etwa die Systeme sind, die die Bevölkerung am glücklichsten machen (im Gegenteil!), sondern schlicht die ökonomisch effizientesten. Ich finde an Civilization dennoch bemerkenswert, dass es durch die Regierungsform den gesellschaftlichen Widerstand gegen Krieg abbildet, indem demokratische Regierungen gleichzeitig die kriegsmüdesten sind. Wer als Präsident einer Civilization-Demokratie Krieg führen will, muss erstens mit dem Widerspruch des Parlaments und zweitens mit Protesten und Aufständen in der Bevölkerung rechnen, von den horrenden Kosten ganz zu schweigen. Das ist nachvollziehbar in Spielmechanik übersetzt. Aber natürlich ist auch das ein Abbild von Politik, das ohne Politiker auskommt. Meine Thematik ist zugegeben unscharf, ich trenne nicht deutlich genug zwischen politischen Prozessen und politischen Protagonisten.</p>
<p style="padding-left: 60px;">4) Freut mich, dass wir hier weitgehend auf einer Linie sind! Positiv besetzte Monarchen oder Feudalherren gibt es unter anderem in jedem Elder-Scrolls-Titel (ich denke z.B. an die Jarls in Skyrim) oder in World of Warcraft, beides extrem populäre Spiele, und in beiden Fällen auch klar politische Positionen, um Gegensatz zu z.B. King Hyrule aus der Zelda-Reihe oder King Toadstool aus Mario, deren Aufgabe sich eher darauf beschränkt, Vater von Prinzessinen zu sein.</p>
<p style="padding-left: 60px;">5) Spiele stehen zu Recht in der Kritik, wenn sie homophobes Gedankengut und ein rückständiges Frauenbild verbreiten. Natürlich ist es ein Werturteil, wenn ich sage: Das ist falsch! Es ist falsch, wenn Spiele sexistische Vorurteile bedienen. Es ist falsch, wenn sie dumpfeste Militärpropaganda betreiben. Und genauso falsch ist es, Politik und Politiker ausschließlich negativ darzustellen und damit implizit die Bedeutung, die beide für unser gesellschaftliches Zusammenleben haben, zu untergraben.<br />
Das schließt Kritik nicht aus, aber über welche Form der Kritik reden wir hier? Wenn in einem Spiel ein korrupter Gierhals dargestellt wird, der dann halt “Bürgermeister” heißt, inwiefern ist das eine relevante Kritik am politischen System? Wo ist der Kontext? Was bleibt noch der Reflektionsfähigkeit des Spielers überlassen, wenn sich die “Kritik” darauf veschränkt, einem plumpen Charakter-Stereotyp ein politisches Amt anzupappen?<br />
Besonders bedauerlich ist, wenn persönlichen Charakterschwächen solcher Figuren (Gier, Machtstreben, Skrupellosigkeit, you name it) in keinen Bezug zu ihrem Amt gesetzt werden. Sind sie eine logische Konsequenz der Politik? Oder eignet sich ein solcher Menschentyp besonders zum Politiker? Wo sind die Wechselwirkungen, sofern es sie denn gibt? Der typische korrupte Bürgermeister könnte genauso gut ein korrupter Firmenchef sein.<br />
Insofern betreiben die wenigsten Spiele mit korrupten Politikern echte Systemkritik, sondern gehen lediglich den billigsten Weg der Stereotypisierung. Das ist es, was mich ärgert, gerade im Vergleich zu anderen, wesentlich differenzierteren Rollenbildern (v.a. bei militärischen oder zivilen Führungspositionen).</p>
<p style="padding-left: 60px;">6) Deinen Satz »Maßgeblich für mich wäre allein, dass eine Vielfalt hergestellt wird. Und das sollte meiner Meinung nach nicht dadurch geschehen, dass man gegen „Falsches“ vorgeht, sondern indem man „Richtiges“ beginnt« möchte ich unterstreichen. Ich bin um Gottes Willen nicht für eine Indizierung oder Einschränkung von Meinungsfreiheit, aber man darf und sollte problematische Einseitigkeiten erkennen und benennen und darüber diskutieren – genau das gehört zum demokratischen Prozess.<br />
Ich hielte es schon für einen Gewinn, wenn demokratische Institutionen in Spielen mehr Sichtbarkeit bekämen, wenn also zum Beispiel Parlamente überhaupt auftauchen, und sei es nur als narratives Element. Das muss nicht zwangsläufig in Spielmechanik übersetzt werden, schon gar nicht in Schlechte. Aber ich erkenne auch keine großen Bemühungen, es überhaupt zu versuchen – wer weiß, vielleicht ließen sich politische Ideen wie Wahlen, Mehrheitsfindungsprozesse oder Meinungsbildung richtig spannend umsetzen? Aber wie gesagt, ansetzen müsste man wohl eher auf erzählerischer Ebene statt bei der Spielmechanik. Das sollte kein großes Problem sein. Es wäre schön, wenn wir da in Zukunft mehr Vielfalt sähen – unser Medium würde es bereichern.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Zum Artikel &#8220;<a href="http://www.gamestar.de/index.cfm?pid=675&amp;pk=3007843" target="_blank">Kaiser ist cooler</a>&#8220;</p>
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