Oklahoma: Steuer auf Videospiele?

3. Februar 2012 um 12:03 von Rey Alp | 34 Kommentare » RSS feed

(kotaku) William Fourkiller, Mitglied des Repräsentantenhauses in Oklahoma, möchte eine Steuer in Höhe von einem Prozent auf Videospiele “with a teen, mature, or adult only rating” erheben. Bei einem 50 $ Spiel würden somit 50 Cent anfallen, die in Programme gegen Fettleibigkeit bei Jugendlichen und Mobbing investiert werden sollen:

Violent video games contribute to some of our societal problems like obesity and bullying, [...] but because they raise a lot of revenue, they can also provide part of the solution.”

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  1. Crusader

    Wäre es bei einer solchen Klischee-Steuer nicht nur konsequent wenn Herr Fourkiller auch eine Sondersteuer auf Make-Up und Haarfärbemittel (aufgetakelte Tussis, bitte verzeit die Ausdrucksweise) und Sportkleidung (High-School Sportmachos) fordern würde? *Ironie*
    .
    Spaß beiseite: Bei all den gesellschaftlichen Problemen, die es nach meiner Wahrnehmung in den USA gibt, sind Spiele das kleinste Übel. Wie wäre es mal mit Maßnahmen gegen Armut, Kriminalität, Grundrechteverletzungen, Lobbyismus, Rassismus, blinden Hurra-Patriotismus,… (to be continued)?

  2. hecter specter

    Vielleicht ist es auch nur der Wunsch einiger Politiker, an den Videospielen “mitzuverdienen”, Stichwort “Haushaltskonsolidierung”.

  3. skully

    Steuer auf Videospiele weil sie dick und asozial machen, dann aber auch bitte gleich auf Fernsehen, Filme, Stühle, Nahrungsmittel, Autos, Bücher, …. und bekommen wir auch dann gleich Steuererleichterungen auf Sportgeräte? Ich hätte gerne einen neuen Baseballschläger den ich solchen Politikern gerne zeigen möchte, aus nächster Nähe.

  4. Mars

    [...] Womit verbringt die heutige Jugend wohl am Meisten Zeit. Mit Büchern? Echt genial.
    Und nein, die Tatsache dass ein anderes Problem noch nicht völlig gelöst ist ist kein Argument dafür gleichzeitig woanders auch was zu tun.

  5. Icarus

    Aber auf die Art kann man Leuten am besten klarmachen, was sie da fordern. Indem man ihnen zeigt, zu was die logische Konsequenz ihrer Forderungen führt. Wenn man also fordert, dass “ungesunde Zeitvertreibe” Zusatzsteuern bekommen, dann muss man die konsequenterweise für alles Entsprechende fordern, sonst ist “ungesunder Zeitvertreib” offensichtlich nur eine Ausrede für einen anderen Grund.

    Und dann müssten wir uns auch unterhalten, was denn hier “ungesund” heißt – immerhin fördern Spiele ja auch Koordinationsfähigkeiten etc.. Dafür müssten Spiele dann wieder eine Ermäßigung kriegen.

  6. Icarus

    Kleine Ergänzung noch: ohne zu betrachten, welche Beschäftigungen man dann noch besteuern müsste, wäre das so, als würde man eine Reichensteuer nur für Schwarze fordern. Da erkennt man ja auch sofort, dass der Sinn nicht ist, die Reichen stärker zu besteuern – sondern erfolgreichen Schwarzen eins reinzuwürgen.

  7. Doktor Trask

    Ich habe ja das Gefühl das in der heutigen Zeit alles was abseits von Lernen und Arbeiten liegt als ungesund gilt, was ist denn wohl ungesünder, wenn man mal in der Freizeit versucht zu entspannen mit dem was einem gefällt oder man sich mit den Dauerstreß durch Arbeit und lernen kaputt macht? Klar momentan suchen die Politiker nach jeder noch so kleinen Möglichkeit die Geldlöcher die sie selbst verursacht haben zu stopfen aber irgendwo muß es auch mal gut sein oder nicht?!

  8. Pyri

    Ars Technica hat zu diesen aus meiner Sicht überaus populistischen politischen Konzepten noch ein paar Informationen mehr: http://arstechnica.com/gaming/news/2012/02/oklahoma-lawmakers-propose-tax-on-violent-games.ars
    Scheint, ähnlich wie in Deutschland mit Spitzer und Co. die weitergehende Verbote bislang auch nicht durchsetzen konnten, die späte Rache in den USA zu sein, nach dem für sie negativen SCOTUS-Urteil über Videospiele zumindest fiskalpolitisch doch noch etwas dagegen unternehmen zu können. Personell gibt es da jedenfalls überdeutliche Verbindungen -

  9. Pyri

    Nachtrag: wie der AT-Artikel zeigt würden (sollen?) diese Vorstellungen offenbar auch gewalttätige Kartenspiele betreffen ;-)

  10. Vicarocha

    Bitte “violent” nicht mit “gewalttätig” übersetzen… ist shcon shclimm genug, wenn man das so allerorts lesen muß. ;-)

  11. Pyri

    @Vicarocha
    “Gewaltdarstellend” wäre bei den “Ultimate Card Games” wohl auch nicht gut. “Betroffen” allein bezieht sich auf keine Schulddimension, um welche es dabei doch geht. Und “inkriminiert” versteht wieder niemand ;-)

  12. Aginor

    Ja, warum denn nicht auf Dinge Steuern erheben die die Mehrheit der Leute kaufen? Eine Erhöhung der Steuer auf Bücher bringt in den USA nicht so irre viel. Warum also nicht bei den Videospielen anfangen? Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus halte ich das auch für sinnvoll. Klar, die Begründung ist daneben, aber warum sollte es verboten sein darüber nachzudenken? Das Geld holt man da wo viel Geld gemacht wird, und der Video-und Computerspielemarkt ist inzwischen verdammt groß.
    Und wie Mars schon korrekt schrieb: Nur weil andere Dinge genau in die gleiche Kategorie fallen muss man doch nicht gleich alles gleich behandeln. Man fängt halt bei einem oder zwei an.
    (Im Übrigen ist das auch der Grund warum Icarus’ Beispiel hinkt. Dunkel- oder hellhäutige Menschen sind keine Sachen sondern Personen, da ist das mit der Gleichbehandlung ein wenig anders gelagert).
    Also auch wenn die Idee naturgemäß Gamern wenig gefällt so ist sie doch eigentlich gut nachvollziehbar.
    -
    Gruß
    Aginor

  13. Pyri

    @Aginor
    Ein Videospiel ist als Medium schon etwas anderes als ein beliebiges anderes “Produkt”, auch wenn es (selbst hier) gern auf so eine materielle Ebene reduziert wird oder werden möchte. Wie ich schon in der letzten News, auch zu genau dem Thema, versucht habe darzulegen sind Versuche Sonderregelungen nur für Videospiele durchzubringen selbst in Deutschland bislang gescheitert. Sämtliche Änderungen beim Jugendschutz bezogen sich in den letzten Jahren etwa immer auch auf den Filmbereich und gerade angesichts des SCOTUS-Urteil ist diese Bemerkung zum von mir genannten Kartenspiel bei AR zumindest wohl mehr als berechtigt: “This game would be subject to an additional tax under the law. A DVD of Inglourious Basterds would not.”

  14. skully

    @Aginor
    Steuern nur auf bestimmte Bücher, Spiele oder Produkte sind illegal, sie stellen für die Hersteller einen marktverzerrenden Nachteil dar und schränken die freie Meinungsäuserung ein, man kann alle Spiele besteuern oder nicht. Ich kann sonst genauso bestimmte Verlage, Herausgeber, Zeitungen, Tv Sender, Webdienstleistungen, Server höher besteuern nur weil mir deren Aussagen nicht gefallen. In den USA geht das nicht, in der Verfassung steht man darf keine Gesetze erlassen die die freie Meinungäuserung einschränken, in der EU geht das genauso wenig da wettbewerbswidrig. Einmal davon abgesehen das Spiele hier wie drüben Steuern unterliegen wie Beispielsweise der Mehrwertssteuer und daher im Gegensatz KFN e. V. dem Steuersäckelchen viel bringen und nicht es belasten ohne eine brauchbare Leistung zu erbringen.

  15. Mars

    @Pyri: hm, ich weiß nicht ob Spiele wirklich total auf die materielle Ebene reduziert werden. Du bewertest die andere Ebene einfach extrem stark, andere nicht ganz so stark.

    @Skully:
    Diese Steuern, sie heißen Lenkungssteuern, sind in Deutschland legal (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Lenkungsabgabe). Sie, bzw. ihre direkten Schwestern, die Subventionen, gibt es übrigens genau so in den USA – wie auch weitere solche Eingriffe, z.B. über Zolltarife. Und es ist auch nicht illegal nur eine bestimmte Kategorie zu besteuern, es ist ja auch möglich entweder Spiele oder Bücher zu besteuern obwohl beides unter Medien oder Unterhaltung oder was auch immer zusammengefasst werden könnte. Und solche Steuern sind auch nicht unbedingt ein Problem für den Wettbewerb (der, nebenbei bemerkt, in einer sozialen Marktwirtschaft wie sie in Deutschland herrscht oft mit gutem Grunde verändert wird), denn wenn du in den Laden gehst dann überlegst du dir auch nicht unbedingt ob du BF3 oder Ponyhofsimulator kaufst (wo eine Steuer für Shooter in der Tat den Wettbewerb verzerren würde, was aber an sich nicht illegal ist) sondern ob es BF3 oder MW3 oder sowas wird, was ja beides derselben Steuer unterliegen würde.

  16. Mars

    PS: die soziale Marktwirtschaft ist u.A. auch im Vertrag zwischen BRD und DDR über die Währungsunion sogar explizit festgeschrieben (http://www.hdg.de/lemo/html/dokumente/DieDeutscheEinheit_vertragWaehrungsWirtschaftsSozialunion/index.html)

  17. Doktor Trask

    Natürlich kann man Spiele besteuern aber es muß in einen vernünftigen Rahmen passieren sonst wird einfach hier nichts mehr gekauft sondern nur noch importiert und damit ist ja auch keinem geholfen und ein Importverbot zu verhängen wäre schon rechtlich mehr als fragwürdig und wohl auch gar nicht durchzubringen.
    Aber wie ich schon sagte ist das wohl hier nur so das man Abzocken will und gleichzeitig einen Sündenbock für Mißstände vorzeigen möchte um Rentner und Uninformierte zu beschwichtigen und Wählerstimmen zu fangen.

  18. skully

    @Mars Dein Beispiel ist nicht gültig, da nicht vergleichbar, Spiele eines bestimmten Genres zu besteuern wäre so als würde man Autos einer bestimmten Farbe höher besteuern. Krauftstoffverbrauch läst sich nicht mit Gewaltgrad vergleichen, da höherer Kraftstoffverbrauch einen Effekt hat (Umweltverschmutzung, Resourcenmangel) Gewaltgrad hingegen hat keinen wissenschaftlichen bewiesenen Effekt und ist eine Frage des Geschmacks, ein Eingriff da ist eine Beschränkung der Meinungs- und Kunstfreiheit. Lies also bitte die Wikipediaartikel auch bevor du sie verlinkst. Lenkungssteuern lassen sich nicht auf Fiktion anwenden. Wettbewerbsverzerrende Steueren sind illegal. (http://www.eufis.de/eu-glossar.html?title=Wettbewerbsverzerrung) (http://www.gesetze-im-internet.de/gwb/index.html)

  19. Alreech

    das Problem mit Lenkungssteuern ist, das sie begründet sein müssen.
    Eine Steuer auf Branntwein oder Tabak lässt sich leicht begründen, ein Steuer auf gewalthaltige Videospiel steht wieder vor dem Problem das sich eine angeblich negative Wirkung nicht belegen lässt.
    Bei der Popularität solcher Spieler bei den Jüngeren Wählern – die anders als bei Alkohol oder Tabak eine schädliche Wirkung verneinen – wäre es auch politischer Selbstmord, so eine Steuer zu fordern.
    -
    Momentan suchen die Finanzämter übrigens verzweifelt nach einer Möglichkeit die E-Zigarette zu besteuern.
    Anders als beim normalen Nikotingenuß werden andere Menschen weder belästigt noch geschädigt, und selbst für den Rauer ist es gesünder verdunstetes Nikotin zu inhalieren als nikotinhaltigen Tabakrauch.

  20. Anonym

    Bitte unterstützt meinen Vorschlag zur Abschaffung der Indizierung auf der neuen “Dialog über Deutschland” Seite der Bundekanzlerin:

    https://?www.dialog-ueber-deutschland.de?/DE/20-Vorschlaege/?10-Wie-Leben/Einzelansicht/?vorschlaege_einzelansicht_node.?html?cms_idIdea=4613

  21. Anonym

    Hier der richtige Link:
    https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/20-Vorschlaege/10-Wie-Leben/Einzelansicht/vorschlaege_einzelansicht_node.html?cms_idIdea=4613

  22. Pyri

    @Anonym
    Eine Automatisation ist Teil der Indizierungspraxis.
    Man kann nicht eine “Abschaffung der Indizierung” fordern und dennoch Automatismen diesbezüglich aufrecht erhalten wollen. Das ist widersprüchlich und so als ob sich jemand für das Ende eines Verbots von Äpfeln aussprechen würde, aber eine bestimmte Sorte wie Golden Delicious dementsprechend weiterhin nicht erlauben.
    Anders könnte erwähnt werden, dass ein differenter Umgang mit beispielsweise “Pornografie”, obwohl es da bei den Automatismen eigentlich (formal allgemeiner) um angeblich evident schwer Jugendgefährdendes geht, in sämtlichen anderen Staaten wo “Pornografie” grundsätzlich erlaubt ist eben auch ohne das deutsche Phänomen der Indizierung funktioniert. Beispielsweise in Österreich oder Frankreich, wo Kinofilme als Ganzes etwa für gewöhnlich höchstens ab 16 Jahren freigegeben sind.
    Wie beim Gewaltdarstellungsverbot auch gibt es dabei jedoch noch zusätzlich das Problem in Deutschland, dass auch prinzipiell legale Pornografie im Land strafrechtlich verfolgt werden kann – strafrechtlich relevant ist, kommt ganz darauf an wo sie sich befindet…

  23. Anonym

    Es ist ja keine richtige Indizierung, weil die Pornos ein zweites Mal indiziert werden können, wenn jemand einen Antrag stellt. Und ich glaube die meisten fänden es nicht so toll, wenn Pornos ganz normal neben anderen Blu-Rays bei MediaMarkt liegen würden. Wobei man auch zwischen Softpornos, die ganz normal im Laden verkauft werden, und einem “Inzest Oma” mit explizitem Covermotiv unterschieden werden muss. ^^

  24. Rey

    @Anonym
    Videospiele könne auch ein “zweites Mal” bzw. “automatisch” kraft Gesetzes indiziert werden, ohne dass die BPjM das entscheiden muss.

  25. Pyri

    @Anonym
    Etwas ist schon auch “richtig” indiziert, wenn es keine Extraaufnahme in eine der Listen erhalten hat. Ich möchte da auch zu bedenken geben, dass von den Listen sowieso nur die beiden mit Trägermedien öffentlich sind.
    Ich denke die Indizierung einer “Inzest Oma”-Produktion, wie sie vor einiger Zeit auch auf SB.com erschienen ist, sollte sich so am besten als bloß bürokratischer Vorgang vorgestellt werden. Eine Fleißaufgabe oder Kür zur Pflichtübung einer Listung von sozusagen Nicht-Evidentem, da die Produktion bereits als evident schwer jugengefährdend gegolten haben wird. Und das wiederum, wohl ähnlich wie beim Gewaltdarstellungsverbot, dann schon immer – was ja auch der springende Punkt sein wird und den deutschen Index mit einer katholischen Tradition zum Beispiel verbindet. Hier in Österreich gibt es noch immer den §188, die “Herabwürdigung religiöser Lehren”. In Deutschland ist man da schon liberaler. Ein Blasphemie-Vorwurf wird aus dem Vatikan so auch stets rückwirkend zu verstehen gewesen sein, also sobald die Äußerung getätigt wurde war sie schon blasphemisch. Und sobald die Kamera bei der “Inzest Oma” lief war der Film bereits “schwer jugendgefährdend”, usw. Eben weil angeblich Evidenz vorliegt -
    Erklärt, das heißt auch für jugendgefährdend erklärt, sollte ja eigentlich auch sprachlich sonst bloß etwas werden (brauchen), wenn es nicht evident ist.

  26. Pyri

    @Rey
    “Inhaltsgleichheit” wird nicht gemeint gewesen sein, sondern eben Medien mit unterschiedlichen Inhalten.

  27. Samus Aran

    Man kann ja erst mal die Indizierung von Videospielen abschaffen, Pornographie als käuflich zu erwerbende Ware interessiert mich nur periphär.

  28. Rey

    @Pyri
    Meine ich auch nicht. Eine automatische Indizierung erfolgt auch bei offensichtlich jugendgefährdenden Inhalten.

  29. Icarus

    @Aginor:

    Ein Unterschied zwischen zwei Dingen lässt sich immer finden, sonst wären die Dinge ja identisch. Der Mechanismus, auf den ich hinaus wollte, ist aber m. E. der gleiche.

  30. Mars

    @Icarus: Ja und Nein. Natürlich ist es richtig und wichtig darauf hinzuweisen dass es auch andere Dinge gibt die ähnlich sind und entsprechend eigentlich auch ähnlich besteuert gehören würden. Aber es gibt auch gute Gründe warum man das nicht besteuern soll und warum der Mechanismus, den du ansprichst, hier nicht das ausschlaggebende Motiv sein muss.

    Grundsätzlich ist es so, dass wir eine möglichst freie Gesellschaft haben möchten, d.h. so wenige Staatseingriffe wie möglich. Dennoch würde eine völlig freie Welt zu einem Ergebnis führen dass die Mehrheit der Deutschen nicht wünscht, insofern auch das oben genannte Bekenntnis zur sozialen Marktwirtschaft, die ja Eingriffe zur Korrektur des Marktergebnisses (also Umverteilung) befürwortet. Wenn man sich nun klar macht dass man einerseits eine Korrektur der Verteilung (oder anderer, unerwünschter Dinge, z.B. Monopole …) möchte und andererseits möglichst wenige Staatseingriffe, so ist es logisch dass der Staat dort eingreift wo sein Eingriff die meiste Wirkung entfaltet.
    Zum Beispiel kann ich, um Emissionen zu vermindern, alles besteuern was Emissionen verursacht, oder ich überlege dass Autos viel mehr emittieren als Grillfeuer, und deshalb nur Erstere besteuern. Das spart Steuergesetze was in Deutschland im Allgemeinen doch recht positiv ankommt ;-)
    So kann man wenn man Probleme beseitigen will (und ich verweise explizit auf das genannte Motiv mit dem zunehmenden Gewicht, gegen das der Staat, sofern ihm unsere Sozialsystems wert sind, durchaus etwas tun muss da er sonst imho in unüberwindliche finanzielle Probleme rennt – und ohne genetische Gewichtskomponenten hier negieren zu wollen) und die beste Möglichkeit nicht durchführbar ist (eine Verordnung dass jeder Bürger 30 Minuten Sport täglich machen muss wäre wohl zu Recht nicht zulässig, zu Aufklärungskursen kommen eh nur die die das Problem nicht betrifft und staatlich verordnete Aufklärung ist auch aus gewissen Gründen problematisch) eine Steuer wenigstens ein Ansatz sein. Und wenn ich schon etwas besteuere, dann doch das, was am Meisten Auswirkung hat. Und ich schätze es dürfte unkritisch sein anzumerken dass die heutige Jugend mehr Zeit mit Computerspielen als mit Büchern verbringt, insofern sind Spiele vor Büchern das, was zuerst besteuert werden sollte (davon, dass aus fiskalischen Zwängen eine Steuer, die erheblich viel mehr kostet als sie einbringt ebenfalls nicht unendlich durchzuhalten ist was es wiederum sinnvoll macht dort zu beginnen wo genügend Erträge zu erwarten sind).
    D.h. ich wollte zeigen dass es durchaus auch gute Gründe gibt warum man nicht gleich alles besteuert, auch weil das unsere Welt tendenziell weiter verkompliziert. Natürlich kann hier das Motiv des “Spielen eins reinwürgen” eine Rolle spielen wie du anmerkst, es ist aber keineswegs zwangsläufig das Haupt- oder gar einzige Motiv.

  31. phoenix

    @mars
    Abstruse Idee, da in Deutschland ohnehin alle schwer gewaltätigen Spiele auf dem Index landen gibt es keinen Verkauf, daher ist Forderung die Killespiele zu besteuern sinnlos.

  32. Doktor Trask

    @phoenix
    Wenn denn dann alles unzensiert frei erhältlich wäre würde ich schon gerne den einen oder anderen Euro mehr zahlen ABER es muß Preislich im vernünftigen Rahmen bleiben, Spielepreise wie damals beim NeoGeo zahlt niemand vor allen wenn er billig importieren kann und der Handel wird solch teure Titel auch gar nicht erst ins Sortiment aufnehmen, war damals beim NeoGeo auch so. Vielleicht sollen die Spiele so auch nur verschwinden aber das werden sie nicht denn im Rest der Welt gibt es sie noch und diese bieten die Titel dann im Netz an wenn auch vielfach nicht legal(Raubkopie).

  33. Icarus

    @Mars:

    Dann muss man aber begründen können, warum man diesen und nicht jenen bei den Steuern vorzieht. Anhand der Begründungen kann man nämlich schnell absehen, wem es wirklich um die vorgeschobene Sache geht und wer dabei “niedere Motive” verfolgt. Ich nehme mal an, dass in den meisten Fällen nämlich “weil unsere Wähler weiterhin Gewaltfilme sehen wollen, aber Videospiele ein guter Sündenbock sind” hinausläuft. Vor allem, wenn laut den gleichen Studien, die immer für Videospielgewalt herangezogen werden, z. B. Filme eigentlich gewalttätiger sind.

    Und deshalb finde ich die Frage “warum X und nicht Y” durchaus legitim.

    Außerdem gibt es Otto Normalbürger einen Kontext. “Videospiele machen aggressiv” wirkt da sicherlich ganz anders als “Videospiele wirken halb so aggressiv wie Filme”.

  34. Anonymous

    Man sollte lieber auf das Urheberrecht scheißende Seiten wie Superlevel.com mit Steuern belegen als harmlose Videospiele. Stephan Günther und Dennis Kogel aus Hamburg verbreiten darüber hinaus im Internet rechtsradikale Propaganda, die Rechten geben sich immer bürgerlicher und “normaler”.